Zurück zur Startseite
3. April 2017

Blick aus dem Amt - Frühkindliche Bildung für alle – Kitaausbau in Mitte!

Die rot-rot-grüne Koalitionsvereinbarung enthält viele wichtige Aussagen zu Politik für Kinder, Jugendliche und Familien in Berlin. Überschrieben ist das Kapitel mit „Gute Kindheit und Jugend in einer familienfreundlichen Stadt“.

Zu einer guten Kindheit und einem guten Start ins Leben gehört eine gute frühkindliche Förderung.

Das Berliner Bildungsprogramm setzt hier Maßstäbe. Es braucht aber die Orte, an denen diese Bildung stattfindet und gutes Fachpersonal, das diese Arbeit leistet.

An beidem mangelt es Berlin und dem Bezirk Mitte auch. In Mitte müssen – das ergibt sich aus der Bevölkerungsprognose – bis 2019/2020 ca. 3500 Kitaplätze rein rechnerisch geschaffen werden. Wir müssen also jedes Jahr Kitas erweitern und neue bauen, dieses Jahr fast 900 Plätze. Besonders in den Gebieten, die stark wachsen und wo wir möchten, dass mehr Kinder eine Kita besuchen. In manchen Kiezen in Wedding und Moabit gelangen zu viele Kinder erst kurz vor Schulbeginn zur verpflichtenden Sprachförderung in eine Kita. Wenn wir möchten, dass diese Kinder mehr frühkindliche Bildung erfahren, dann muss es für die Eltern möglich sein, einen Kitaplatz ohne große Hürden zu bekommen.

Mangels ausreichender Plätze ist dies aktuell sehr schwierig. Ich habe dies auf Anfrage der Linksfraktion in der BVV im März geschildert und deutlich gemacht, dass Kitaausbau oberste Priorität im Bezirk haben muss. Das bedeutet, dass bei den Planungen zu sozialer Infrastruktur im Bezirk Kita – ebenso wie Schule – immer mitgedacht werden muss, denn es gibt nicht nur eine Schulpflicht, sondern auch einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz. Da Flächen knapp sind, müssen wir z. B. Schule, gerade Grundschule und Kita öfter zusammendenken. Freie wie auch staatliche Träger bekommen für die Aufgabe der Kindertagesbetreuung keine 100% Kostenerstattung, auch der Neu- und Ausbau von Kitas muss mit Investitionen der Träger finanziert werden. Wir müssen daher im Bezirk attraktive Bedingungen durch gute Kooperation mit dem Bezirksamt, auch im Bereich Bauen und Planen und bei der Überlassung von Grundstücken bieten.

Was wir als Bezirk nicht lösen können, ist das Problem des Fachkräftemangels. Zunehmend können neue Plätze nicht belegt werden, weil das Betreuungspersonal fehlt. Hier muss das Land Berlin bei der Attraktivität des Berufsfelds in punkto Bezahlung weitere Schritte gehen und den Quereinstieg und andere Modelle weiterentwickeln. Natürlich muss dabei eine gute Betreuung sichergestellt bleiben. Ziel muss sein, dass Kinder jeglicher Herkunft Zugang zu frühkindlicher Bildung haben und ihnen so ein gelingender Start ins Leben, auch das spätere Schul-, Ausbildungs- und Berufsleben ermöglicht wird.

Sandra Obermeyer