Zurück zur Startseite
4. Oktober 2017

DAS IST DAS LETZTE

DIE LINKE dankt ihren Mitgliedern und Wählern: Für das zweitbeste Wahlergebnis ihrer Existenz. Für den Zuwachs von 500.000 Stimmen. Für fünf Sitze mehr im Bundestag. Für die Direktmandate in Berlin und auch für die 3,5 Prozent Plus bei den Zweitstimmen im Bezirk Mitte.
Doch zugleich gibt es Wermutstropfen im Rotkäppchen-Sekt: Wir wollten bundesweit zweistellig werden - da fehlen 0,8%. Wir haben in den Ostländern an Einfluss verloren, weil die AfD lauter war. Wir sind nicht mehr Oppositionsführer, weil das der Notausgang der SPD wurde. Und wir konnten die AfD nicht bremsen. Das ist für viele Nachbarvölker ein Menetekel!
Nun sind alle Parteien bei der Fehler-Analyse. Der Hauptfehler grinst aus allen Wahlresultaten: Die Volksvertreter wissen und respektieren zu wenig, wie die verschiedenen Volksschichten leben, denken und fühlen. Es reicht nicht, alle vier Jahre hier und da den Puls zu fühlen. Drum sagt Frau Merkel: „Weiter so!“ Herr Seehofer bellt: „Wir müssen nach rechts!“ Herr Gauland ruft: „Wir sind schon da!“ Die Grünen warten auf die Anpasser-Medaille. Die FDP will die Notbremse des Systems sein. Die SPD merkt, dass Die Linke mit ihrer Systemkritik recht hat, aber sie wollte nicht mit uns auf der Auswechselbank sitzen. Nun sitzen wir auf der Oppositionsbank.
Den Ostdeutschen wird angelastet, dass Sachsen und Meck-Pom der AfD nachläuft. Aber deren Triumphe in Bayern, Baden-Württemberg und im  Ruhrgebiet sind doch nicht harmloser. Dort gibt es seit langem die Bio-Reservate, die Spender und Wortführer für den braunen Geist. So dient  die AfD als Sichtblende für den Rechtskurs der anderen Parteien!
Ich fürchte, es kommen lausige Zeiten. Wir brauchen eine starke Opposition zum Schutz der Demokratie und des Friedens. Auch zum Schutz der Löhne und Renten. Und für die überfälligen Veränderungen, die Deutschland und Europa zukunftssicher machen.

Arthur Paul