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30. Januar 2018

DAS IST DAS LETZTE

Die SPD-Basis probt den Aufstand gegen den Vorstand. Nur 56 Prozent von 600 Delegierten sagten „Ja“ zu Koalitionsverhandlungen mit der Union. In Berlin stand es 21 zu 8 für „NO GROKO!“ Da stehen hinter jedem Buchstaben bittere Erfahrungen. Zum Beispiel als Schröder sich zum Stallknecht der Merkelei machte und dann die Hartz-IV-Opfer zu klagen anfingen. Die beteiligten „Volksparteien“ verloren viel Wahlvolk. Danach drohte das ganz böse Gespenst einer Linkskoalition von SPD, Linken und Grünen. Solch ein Rettungsschiff durfte aber um Himmels Willen nicht vom Stapel laufen! Da käme es zur Reichensteuer, zur Bürgerversicherung, zur Anhebung der Frauenlöhne und Mieterrechte. Auch zum Brückenbau nach Osteuropa und Afrika - aber ohne Stahlhelm.

Das alles schien den Herrschenden, die mit breitem Hintern auf ihren  übervollen Tresoren hocken (2016/17 plus 22%!) gänzlich unannehmbar. Drum ließ die FDP das Schiff nach Jamaika auf Grund laufen. Drum gingen die Bayerischen Schützengilden zum Schutz der Staats- und Höchstgrenzen in Stellung: Die SPD solle sich schämen, das Vaterland im Stich zulassen! Und schon schlich Schulz zur Sondierung. Er war entzückt, wieviel Bockwurst Mutti Merkel in die Kartoffelsuppe warf. Doch 279 Delegierte mahnten nun: Es geht nicht um die Würste, sondern um die Wurstfabriken und deren Maximalprofit! Die DAX-Werte der Börse stiegen um 14%, aber die Metallarbeiter sollen sich mit 2 % begnügen? Das Protokoll der Sondierung hat zu viele Fallgruben! Das wird weder Aufbruch noch Umbruch! Jetzt muss Tacheles geredet werden!    
Dieser Streit wirft dicke Blasen. CSU-Maut- und Maul-Minister Dobrindt hoffte vergeblich, dass Schulz den „Zwergen-Aufstand“ seiner Mannschaft „in den Griff“ bekommt. Ist das Demokratie in Lederhosen? Schulz lobte den Streit als Beweis der Lebendigkeit der SPD. Nun ja – wenn das der Maßstab ist, dann können sich auch die Linken was einbilden! Da geht das „Keulenwerfen“ ebenso munter wie verdrießlich weiter, obwohl die Kronen der Herrschenden auf der Straße liegen.              

Arthur Paul