Zurück zur Startseite
1. Juni 2017

Hohe Rendite, aber defekte Heizungen - Auch im Wedding Ärger mit der Deutschen Wohnen

Das Geschäftsgebaren der Deutschen Wohnen AG bringt den Mietern in Großsiedlungen im Wedding und in anderen Stadtteilen Berlins zunehmend Ärger, mangelnde Wohnqualität und Zukunftsängste.

Dem börsennotierten Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen gehören mittlerweile 110.000 Wohnungen, im Großraum Berlin ist das Unternehmen die größte Vermieterin.

Die Mieter der Deutschen Wohnen sind damit konfrontiert, dass dieser Konzern den Berliner Mietspiegel nicht anerkennt und Mieterhöhungsbegehren unter Verletzung des Mietspiegels versendet.  Modernisierungen werden durchgeführt und danach Mieterhöhungen in Höhe von elf Prozent der Modernisierungskosten verlangt, statt der Instandhaltungs- und Instandsetzungspflicht nachzukommen, wie der „Alternative Mieter- und Verbraucherschutzbund“ feststellte.

Der Zustand der Mietobjekte wird beklagt, speziell Heizungsausfall und Heizungsstörungen, z.B. in der Friedrich-Ebert-Siedlung im Wedding.

Auch die Verwaltungspraxis der „Deutschen Wohnen“ – wie sie sich besonders im Wedding zeigte – wird kritisiert:  Nämlich die fehlende telefonische Erreichbarkeit eines Hausmeisters, das Warten in der Warteschleife des internen Callcenters, schleppende Mängelbearbeitung und Mängelbeseitigung.

Im Mai veranstaltete die „Helle Panke“ für die Reihe „Linke Metropolenpolitik“ im taz-Café eine Podiumsdiskussion mit dem Thema “Was macht das Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen AG in Berlin?“ Unter anderen nahmen Reiner Wild vom Berliner Mieterverein und Mitglieder des Bündnisses Otto-Suhr-Siedlung  daran teil. Viele Bewohner dieser Siedlung der „Deutschen Wohnen“ fürchten sich wegen der geplanten Modernisierungsmaßnahmen vor akuter Verdrängungsgefahr.

Andererseits wurde über die einträgliche Geschäftstätigkeit des Konzerns berichtet. Die „Deutsche Wohnen“ erzielt eine außerordentlich hohe Rendite auf ihr Eigenkapital. Im Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2015 waren es 18,7 Prozent. Normal seien im relativ risikoarmen Immobiliengeschäft 5 bis 6 Prozent. „Alles darüber ist unanständig“, stellte neulich Wirtschaftsprofessor Bontrup fest, der eine Bilanzanalyse der „Deutschen Wohnen“ angefertigt hat. Aus der außerordentlich hohen Rendite ergebe sich auch eine außerordentlich hohe Dividende für die Aktionäre. 182 Millionen Euro waren es im Jahr 2015 – fast ein Viertel mehr als im Vorjahr.                                                                  

Rainer Scholz