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30. Januar 2018

Tom Erdmann für starke Schulen in Berlin

Starke Schulen in Berlin ohne drastische Unterschiede in der Qualität zwischen den Stadtbezirken, beispielsweise zwischen Wedding oder Steglitz-Zehlendorf, mit gleichen Bedingungen für die Schüler unabhängig von ihrer sozialen Herkunft hat Tom Erdmann im Fokus. "Die 150 Millionen Euro für Bildung und Erziehung im Doppelhaushalt 2018/19 schaffen dafür günstige Voraussetzungen", erklärt der Personalrat und Vorsitzende des 28 000 Mitglieder zählenden Berliner Landesverbandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

"Im 21. Jahrhundert brauchen wir eine moderne Pädagogik, ausreichend Lehrer und Erzieher, Ganztagsschulen, Inklusion, Integration der geflüchteten Kinder". Der 35-jährige priorisiert dabei die Gemeinschaftsschulen. "Die kommen leider viel zu langsam voran", kritisiert er. "Das beginnt schon beim Neubau, wenn Grundschulen und Sekundarschulen getrennt projektiert werden". Sorgen machen ihm ebenso der Lehrkräfte- und der Erziehermangel an den Schulen und Kindertagesstätten. "Trotz guter finanzieller Bedingungen bleibt das ein wichtiges Thema, dessen sich die Bildungsverwaltung unter Sandra Scheeres widmen muss." Ende 2017 waren in den Kitas 1200 Vollzeitstellen unbesetzt. An den Schulen müssen Quereinsteiger fehlende Pädagogen ersetzen.

1983 geboren, erlebte Tom Erdmann die schulischen Umbrüche in und nach der "Wende". In der Bornholmer Grundschule, in der DDR Polytechnische Oberschule, wurde er 1989 noch Jungpionier, machte dann an der Käthe-Kollwitz-Oberschule sein Abitur. Nach einem Jahr Zivildienst beim Internationalen Bund (IB) für schwierige Jugendliche studierte er sechs Jahre an der Humboldt-Universität das Lehramt für Physik und Mathematik. "In dieser Zeit spürte ich schon  bei Praktika an der Walter-Gropius-Schule die tiefen Kontraste und Ungerechtigkeiten in unserem Bildungswesen, hatte ich meine Probleme mit der 'Heiligen Kuh Gymnasium' ", erinnert er sich. Er fand die richtigen Verbündeten, die seine Positionen vertreten. Mit 24 kam Tom zu den Peaceful Streetfighters der DIE LINKE, engagierte sich gleich im Wahlkampf, kämpfte mit Carola Bluhm für die Gemeinschaftsschulen.

                                Mit über 80 Prozent wieder GEW-Vorsitzender

Seine Pädagogenkollegen haben Vertrauen zu dem jungen Physik- und Mathelehrer an der Fritz-Karsen-Gemeinschaftsschule in Neukölln, wählten ihn 2012 zum Personalrat. Bald wird er Pressesprecher und Vorsitzender der GEW Berlin. Seitdem war er bei den Demonstranten auf der Straße, die gleiche Bezahlung  der Grundschullehrer in Ost und West oder der Pädagogen an Grundschulen und Gymnasien forderten, kommt beim rbb mit Statements zu aktuellen Ereignissen zu Wort. 

"Ich habe mich sehr gefreut, dass ich 2017 mit über 80 Prozent  wiedergewählt wurde. Das ist Ansporn für mich, weiter die Finger in der Wunde im Interesse der Kinder, Jugendlichen, Lehrer und Erzieher zu halten," betont Tom Erdmann. Noch mehr als früher will er sich vor Ort um die Fragen, Probleme und Sorgen kümmern. Dabei wünschen wir ihm Erfolg.

 

Matthias Herold

 

Foto: Juliane Schmidt