Zurück zur Startseite
30. Januar 2018

Keine leichte Entscheidung

Berlin wächst. Bezahlbarer Wohnraum muss schnell geschaffen werden.

Dazu gehören auch dringend neue Schulen und Kindertagesstätten. Grün- und Sportflächen, Gesundheits- und Kultureinrichtungen müssen erhalten und ausgebaut werden. In einem dichtbebauten Innenstadtbezirk wie Berlin-Mitte sind freie Flächen Mangelware. Nutzungskonflikte sind vorprogrammiert. Lösungen, die alle Betroffenen umfassend zufrieden stellen, sind schwer zu finden, oft nicht möglich.

In der vergangenen BVV wandten sich die Nutzer*innen des Tennisclubs Berlin-Mitte Albert Gutzmann e.V. mit einer „Einwohneranfrage“ an das Bezirksamt und die Fraktionen, um nach der Zukunft ihres Sportvereins zu fragen. Der Verein leistet im Bezirk seit Jahren eine wichtige Arbeit, sein Sportangebot richtet sich auch an Kinder und Menschen mit Behinderungen.

Bisherige Überlegungen des Bezirkes gingen davon aus, das alte Schulgebäude in der Adalbertstraße in unmittelbarer Nachbarschaft zur Sportanlage abzureißen und eine neue Schule zu bauen. Nach langen Gesprächen schien es zu gelingen, den Neubau ohne Beeinträchtigung des Sportvereins zu realisieren. Dafür sollte eine Teilfläche von Schule und Sportverein gemeinsam genutzt werden.

Doch nun besteht die Möglichkeit den Standort im Rahmen der Schulbauoffensive Berlins anzumelden, wonach der dringend benötigte Schulneubau sehr schnell entstehen soll, aber dafür ein größerer Flächenbedarf notwendig wird. Dass würde bedeuten, die bisher genutzten Tennisplätze zugunsten der Schulfreiflächen aufzugeben und den Vertrag zwischen Sportverein und Bezirk zu kündigen.

Was tun?

In unserem Bezirk fehlen Schulplätze genauso wie Flächen für öffentliche Sportanlagen. Auf Schulplätze haben die Kinder einen rechtlichen Anspruch. Durch die dramatische Zahl an fehlenden Grundschulplätzen in diesem Bereich des Bezirkes muss die Errichtung einer Grundschule an diesem Standort Priorität haben. Dennoch sollten schnellstens Gespräche zwischen Landes-, Bezirksebene und dem Sportverein stattfinden, um über planerische Varianten konstruktiv und ergebnisorientiert zu verhandeln und nach Kompromissen zu suchen, die dem Schulplatzbedarf im Heine-Viertel und dem Sport gerecht werden.  

Thilo Urchs