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4. Mai 2017

Bezirkskulturfonds 2017: Zehn Projekte für Berlins Mitte

Ausgezeichnet wurde auch die Installation „Projektor“ (Foto: Anke Westermann)

Seit 2003 vergibt der Bezirk Mitte alljährlich Gelder aus dem Bezirkskulturfonds, um die kulturelle Infrastruktur im Bezirk zu stärken und die Vernetzung der ansässigen Kultureinrichtungen zu unterstützen. Ende Januar tagte wieder eine fünfköpfige Jury aus Kunst und Kulturverwaltung, um Projekte zu prämieren, die sich wegen ihrer Impulse für die Kultur im Bezirk und ihrer Relevanz für aktuelle Diskurse in Berlin für eine Förderung qualifiziert hatten. Zehn Anträge wurden ausgewählt und für eine Förderung in Höhe von insgesamt über 56.000 Euro an die Senatsverwaltung für Kultur und Europa empfohlen.

Zu den geförderten Projekten zählt unter anderem die Installation „Projektor - Baukasten für eine imaginäre Stadt“. Die Künstlerin Anke Westermann befasst sich in Form von Interventionen im Stadtraum mit der sozialen Konstruktion des Städtischen, dem Wegfall öffentlicher Flächen und der zunehmenden Einschränkung der Möglichkeitsräume für innovative und unkommerzielle Entwicklungen, die für die Identität Berlins so wichtig sind. Auf dem landeseigenen Grundstück zwischen Linienstraße, Zolastraße und Torstraße, die lange drohte, an private Investoren verkauft zu werden, wird ein symbolischer „Neubau“ aus Holz und Neonröhren errichtet; ergänzend werden Grafiken verschiedener Berliner KünstlerInnen auf der Brandmauer eines anliegenden Hauses projiziert. „Projektor“ versteht sich als ein modulares Baukastensystem, mit dem die BesucherInnen modellhaft mit dem „Weiterbauen“ der Stadt experimentieren können. Ergänzend sind zwischen 15. und 18. Juni offene Diskussionsrunden mit Fachleuten, AnwohnerInnen und PolitikerInnen geplant.

Die ökonomische Durchdringung der Gesellschaft und die Suche nach Alternativen wird auch in dem Vorhaben „Spectre of Capital“ des Kollektivs „Cherry Z. Guggenheim Museum“ thematisiert. Von 21. April bis 5. Mai wurden die Tresorräume der Alten Münze zum Schauplatz eines 3D-Hörspiels, das der Frage nachgeht, wie sich ökonomisches Denken in Körpern, Sprache und menschlichen Beziehungen manifestiert, und nach Elementen sucht, die sich der Anpassung an die kapitalistische Logik entziehen.

Informationen zu allen geförderten Projekten sind auf der Webseite des Bezirksamtes zu finden.

 

Markus Wollina