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6. Dezember 2017

Kinderarmut – ein drängendes Problem auch in Berlin-Mitte

Jedes 3. Kind Berlins lebt in armen Familien

Arme Kinder erfahren in unserer Gesellschaft eine Art subtiler Ausgrenzung. Anders als früher wird die Armut von den Familien oft als schambesetztes individuelles Versagen gesehen. Insgesamt ist es eine stille und versteckte Not. In Berlin lebt mittlerweile ein Drittel der Kinder in Familien mit Grundsicherungsleistungen. Kinderarmut ist natürlich Elternarmut und betrifft vor allem alleinziehende Mütter, Familien mit Migrationsgeschichte und Eltern mit geringer Ausbildungsquote. Ihre unhaltbare Lage versteckt sich in Schlagworten wie Hartz IV, Niedriglohnsektor, Wohnungsproblemen und drohender Verdrängung.

Die Kinderarmut ist jedoch auch eng verbunden mit schlechten bzw. fehlenden Schulabschlüssen, wesentlich weniger Empfehlungen für das Gymnasium usw. Schon im Kindergarten bräuchten die Kinder mehr Förderung, da sie besonders von Sprachdefiziten, grob- und feinmotorischen Problemen und von Übergewicht betroffen sind. Ohne Hilfe sind diese Schulanfänger dann sofort „hintendran“. In Gesundbrunnen, Wedding und Moabit sind besonders viele Kinder und ihre Familien in dieser schwierigen sozialen Lage.

Was ist zu tun? Die Kinder, Jugendlichen und ihre Familien brauchen schnelle, unbürokratische und wirksame Hilfen. Sie brauchen besonders gute frühkindliche Förderangebote in den Kitas, außerordentlich gute Schulen, ausreichend viele, personell hervorragend ausgestattete Kinder- und Jugendzentren in den Kiezen, Ferienreisen wenigstens ins Umland, kulturelle Förderung wie z.B. “jedes Kind lernt ein Instrument“, Integration in Sportvereine durch Schaffung von Freiplätzen. Alles um die finanziell schlechteren Startbedingungen zu kompensieren und ein Stück Bildungsgerechtigkeit zu schaffen.

Es gibt sicherlich eine Menge kreativer Ideen … Zur Konkretisierung dieser haben wir Basismenschen aus Mitte eine Arbeitsgruppe gegründet, die Verbesserungen auf Bezirksebene begleiten und initiativ weiterentwickeln möchte.

Barbara Herzig-Martens