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4. Oktober 2017

LINKE wird stärkste Kraft im Wahlkreis Mitte

Viele Genossinnen und Genossen aus Mitte hatten auf der Wahlparty der LINKEN Grund zum Jubeln: trotz Auszählungspannen war im Lauf des Abends recht schnell klar, dass DIE LINKE die meisten Zweitstimmen im Wahlkreis Mitte geholt hatte! Zum Schluss lautete das Ergebnis 21,4 Prozent, eine Steigerung von 2,7 Punkten. Unsere Partei lag damit doch recht deutlich vor CDU (18,7 %, -8,2), SPD (18,6%, -4,0) und Grünen (17,9%). Die FDP erzielte mit 8,7 % (+5,0) der Zweitstimmen einen Achtungserfolg. Die AfD erreichte auch in unserem bunten Bezirk leider immerhin 8,2 Prozent (+4,2). Damit sind vor allem die beiden ehemaligen Volksparteien SPD und CDU eingebrochen, Zugewinne verzeichneten hingegen die ehemaligen kleinen Parteien.

Spannend wurde das Rennen der Direktkandidat_innen am Wahlabend. Lange war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz 1, zum Schluss behauptete sich Steve Rauhut (LINKE) mit 20,4 % der Erststimmen (+3,8) klar auf Platz 2 hinter SPD-Kandidatin Eva Högl (23,5 %, -4,8). Offenbar haben einige Wähler_innen Rauhut einen Sieg nicht zugetraut oder sie wollten einfach beide Parteien begünstigen und splitteten Erst- und Zweitstimme.

Ihren Wahlsieg fuhr DIE LINKE vor allem durch Zugewinne in Gesundbrunnen, Wedding und Moabit ein, während die SPD hier ihre alte Stärke einbüßte. Dies sind auch die Gegenden mit den höchsten Anteilen an Menschen, die auf Transferleistungen angewiesen sind – leider auch die mit der geringsten Wahlbeteiligung im Bezirk von um die 60 Prozent.

Aber auch in den traditionellen Hochburgen in den Hochhäusern im Altbezirk Mitte konnte unsere Partei trotz leichter Verluste ihre Spitzenrolle behaupten. DIE LINKE erzielte zwischen Karl-Marx-Allee, Fischerinsel, Heine-Viertel und Leipziger Straße Werte von über 30 bis knapp 40 Prozent. Spitzenreiter im Bezirk war hier der Stimmbezirk 226 um die Schmidstraße mit 41,3 Prozent der Zweitstimmen.

Der Bereich Tiergarten Süd ging vor allem an die CDU, ebenso das Regierungsviertel, das Hansa-Viertel und die Grenze zu Reinickendorf im Norden von Wedding. Die Grünen waren im Scheunenviertel stark sowie im westlichen Teil von Moabit rings um den Spreeverlauf. Bei den Zweitstimmen konnte die SPD nur noch Bereiche im Brunnenviertel sowie im Afrikanischen Viertel für sich entscheiden. Beide Gebiete konnte DIE LINKE im Wahlkampf nur mit gelegentlichen Wahlkampfeinsätzen besuchen. Hier wird es zukünftig ebenso wie in Tiergarten Süd auf den Aufbau neuer Präsenz unserer Partei ankommen.

Aber auch die rechte AfD hatte bei dieser Wahl ihre Hochburgen im Bezirk.  Diese liegen vor allem im nördlichen Wedding, Afrikanisches Viertel – Schillerpark – Rehberge, wo sie zum Teil Werte bis an oder sogar über 15 Prozent erreichte.

Ein erstes Fazit aus der Wahl in Mitte: DIE LINKE hat es offenbar mit ihrem klaren Profil, auch in der rot-rot-grünen Koalition, und einem tollen Wahlkampf geschafft, neue Wählerinnen und Wähler zu überzeugen und viele angestammte zu halten. Dass sie stärkste Kraft werden konnte, hängt allerdings auch mit der Schwäche von SPD und CDU zusammen. Als Aufgabe für die Zukunft steht neben einer flächendeckenden Präsenz im Bezirk auch die offensive Auseinandersetzung mit der völkisch-nationalistischen AfD – im Interesse eines guten Miteinanders in unserem bunten Bezirk.

Tobias Schulze