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6. Dezember 2017

Mehr Ruhe für die Spandauer Straße?

Spandauer Straße bereits verkehrsberuhigt?

„Die Berliner Mitte wird verkehrsberuhigt. Sie wird leiser. Auch wird sie zukünftig besser mit den umliegenden Stadtvierteln vernetzt.“ So lautet eine der Bürgerleitlinien, die als Ergebnis der Stadtdebatte „Alte Mitte – neue Liebe“ 2016 als Grundlage der weiteren Planung vom Senat beschlossen wurden. Als konkrete Maßnahme wurde dabei u. a. die Beruhigung der Spandauer Straße bzw. ihre Schließung für den Individualverkehr genannt. Momentan zerschneidet diese den Stadtraum und ist nur an Ampeln für Fußgänger überquerbar. Welche Chancen bestehen, die Berliner Mitte hier besser zu vernetzen?

Bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz ist die Spandauer Straße in die Straßenbahnplanung zwischen Alexanderplatz und Kulturforum eingebunden. Geplant ist eine Anbindung an die bestehende Trasse bei der Haltestelle Alexanderplatz/Gontardstraße mit Streckenführung über Rathausstraße und Spandauer Straße zum Molkenmarkt, von Mühlendamm bis Potsdamer Platz. Zusätzlich ist in der Spandauer Straße zwischen Karl-Liebknecht- und Rathausstraße eine Verbindungsstrecke zur Umfahrung im Falle von Sperrungen der Rathausstraße vorgesehen. Da die geplante Trasse zwei Brücken in Anspruch nimmt, mussten diese statisch geprüft werden. Die Prüfung ergab ein positives Gutachten für die Gertraudenbrücke, doch die Mühlendammbrücke muss neu gebaut werden.

Die geplante Straßenbahnführung über die Spandauer Straße wirft jedoch Fragen auf, zumal die Planung bislang immer noch vom Erhalt des Kfz-Verkehrs ausgeht. Eine Trassenführung in Mittellage der Straße wie in der Karl-Liebknecht-Straße würde eine neue Barriere zwischen Marx-Engels- und Rathausforum bilden. Für den Fall einer Sperrung der Rathausstraße sollten zudem Alternativen geprüft werden, die dem Ziel einer Verkehrsberuhigung der Spandauer Straße zuträglicher sind. Damit würde den Ergebnissen der Stadtdebatte entsprochen, zu deren Umsetzung sich die Koalitionsparteien bekannt haben.

Eine Langfassung dieses Beitrags sowie weitere Informationen zur Stadtentwicklung in der Berliner Mitte finden sich in der aktuellen Ausgabe der „Beiträge“ der Hermann-Henselmann-Stiftung (freier Download unter hermann-henselmann-stiftung.de).

Markus Wollina