Zurück zur Startseite
22. Dezember 2016

Wohnen ist ein Grundrecht – Lasst uns ein Zeichen setzten!

Wir werden nicht aufgeben! Auch wenn die Eigentümer des Wohnheims für wohnungslose Männer in der Berlichingenstraße 12 seit mehr als einem Jahr mit starrem Blick nur auf ihre Rendite schauen.

Mittels Räumungsklage wollen die Eigentümer die Bewohner dazu zwingen, das Haus zu verlassen. Bei der derzeitigen Konkurrenz um preiswerten Wohnraum auf dem Wohnungsmarkt bedeutet dies praktisch ein Entlassen in die Obdachlosigkeit. Ein ganz wichtiger sozialer Ort mitten in Moabit wäre am Ende. Doch die Bewohner wollen bleiben – und sie brauchen unsere Hilfe.

Seit Anfang 2016 engagiere ich mich gemeinsam mit vielen anderen Mitstreiter*innen für den Erhalt des Wohnungslosenheims. Wir haben sozialverträgliche und wirtschaftlich sinnvolle Konzepte entwickelt und vorgeschlagen. Diese bieten eine echte Perspektive für das Haus und seine Bewohner, doch die Besitzer blocken aus Gründen der Profitmaximierung ab.

Eines muss man den Eigentümern in der Auseinandersetzung um die B12 lassen: sie bleiben ihrer Linie treu. Das heißt weiterhin Null Gesprächsbereitschaft mit den Betroffenen und uns als ihren Unterstützer*innen, kein Wille, die von uns vorgelegten Nutzungs - und Betreibervorschläge zur Kenntnis zu nehmen, keinerlei Bereitschaft, gemeinsam zu einer guten Lösung für die Betroffenen zu gelangen – kurzum: Ignoranz auf der ganzen Linie, ohne die geringste Spur eines sozialen Gewissens.

Schlimmer noch als die Ignoranz aber ist der massive Rechtsbruch, den die Eigentümer mehrfach begangen haben: Im Sommer ließen sie illegal die Wasserzufuhr zur B12 zeitweise unterbrechen. Jetzt im Winter setzten sie noch eines drauf und unterbrachen rechtswidrig, ohne Wissen der GASAG, die Gaszufuhr und setzten Heizung und Warmwasser für Wochen außer Betrieb. Die Wohnungslosen sollen gehen, und dafür ist ihnen jedes Mittel recht.

Gemeinsam mit dem Bezirksbürgermeister, Stephan von Dassel, Grüne, gelang es uns, Mittel und Wege zu finden, die Gaszufuhr wieder herzustellen: Heizung und Warmwasser funktionieren seit Ende letzter Woche endlich wieder.

Das Verhalten der Eigentümer und deren dahinter liegende Geisteshaltung sind aufs Schärfste zu verurteilen. In der B12 wohnen Menschen, die zu den Bedürftigsten in unserer Stadt zählen und die unsere Solidarität brauchen. Ich werde weiter mit den Bewohnern und Unterstützer*innen für den Fortbestand der B12 kämpfen. Einen wichtigen politischen Schritt konnten wir jetzt erreichen: Der Antrag unserer Fraktion auf Ersatzvornahme durch das Bezirksamt zur Herstellung der Bewohnbarkeit der B12 wurde gemeinsam mit den Stimmen der Fraktionen der Grünen, der SPD und der Piraten in der letzten BVV-Sitzung beschlossen.

Lasst uns mit dem Kampf um den Erhalt der B12 gemeinsam ein Zeichen setzen. Denn Wohnen ist ein Grundrecht – für alle. Und diese Stadt gehört denen, die darin wohnen!

Steve Rauhut