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Der Molkenmarkt muss ein zukunftsfähiges Quartier werden und nicht nur eine Replik auf gestern

Rainer Scholz

Bezahlbarer Wohnraum am alten Molkenmarkt

Neubebauung als zukunftsfähiges Quartier gefordert

 

Der alte Molkenmarkt in Mitte ist zurzeit eine riesige Baustelle. Es handelt sich tatsächlich um Berlins ältesten Platz - aber umso heftiger wird hier um die Neubebauung gerungen: Was für Gebäude zu welchen Mietkosten? Sollen die Häuser nur den Investoren nützen?

 

Eine Jury hat zwei erste Plätze im städtebaulichen Wettbewerb für das Areal vergeben:

  1. Ein Bebauungsplan mit stark historisierenden Bezügen, bevorzugt u.a. von Vertretern des konservativen Vereins Stadtbild Deutschland und Anhängern einer Rekonstruktion früherer Gebäude.
  2. Ein Bebauungsplan mit nachhaltigen, aktuellen Gebäudetypen, die sich zwar auch an der Molkenmarkthistorie orientieren, aber kostenbewusstes Bauen im Sinne der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften (WBG) berücksichtigen.

Beide Varianten haben als Erstplatzierte nun die Gelegenheit, die Entwürfe noch zu überarbeiten. Gerungen wird vor allem darum, wie historisierend und aufwendig die Fassaden gestaltet werden sollen. Bei hohen Baukosten wird sich auch die spätere Miete erhöhen. Eine schwierige Aufgabenstellung gerade auch für die landeseigenen WBG.

          Und bereits hier grätscht der eher konservative Verein Bürgerforum Berlin in einer Petition in die Landeseigenen hinein, nämlich Degewo und WBM, weil  sie in ihrer Vorgabe, möglichst kostenbewusst zu bauen, nur sehr eingeschränkt architektonische Details und anspruchsvolle Fassadengestaltung erlauben würden.

Die LINKE-Abgeordnete Katalin Gennburg warnt davor, dass eine besonders kleinteilige und damit auch teure und für die Landeseigenen eher schwierige Bebauung ein Einfallstor für die Abgabe von Grundstücken an Private sein könnte.                                                Rainer Scholz