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Hochhausbau am Alex – „Wasser marsch“ für die U-Bahn?

Bis zu 17 U-Bahnhöfe unter Wasser – dieses Worst-Case-Szenario befürchtet die BVG, falls beim Bau des „Alexanderplatz Residential“ Wasser in die U-Bahntunnel eindringen sollte. Der Standort des 150-Meter-Hochhauses, welches der US-Investor Hines am Alexanderplatz errichten will, befindet sich nämlich über den Tunneln der U2 und U5, die vollständig im Grundwasser liegen.

Seit fünf Jahren liegt das Bebauungsplanverfahren nun auf Eis. Zwar haben Hines und die BVG eine sogenannte Nachbarschaftliche Vereinbarung zur Minimierung der technischen Risiken ausgehandelt, doch die BVG-Chefin Evelyn Nikutta lehnt das Projekt aufgrund der hohen Risiken weiter ab. Sollte der BVG-Vorstand sich gegen die Unterzeichnung der Vereinbarung entscheiden, gäbe es kein Baurecht und das Projekt wäre faktisch am Ende.

Doch wäre das so schlimm? Auf der Hines-Website erfährt man, dass der Bau das höchste Wohngebäude Deutschlands werden soll. Eine Hilfe gegen die Wohnungsknappheit also? Leider nein, bei den geplanten 300 Einheiten handelt es sich ausschließlich um Eigentumswohnungen – Betongold also, schließlich ist der Berliner Immobilienmarkt seit Jahren ein Eldorado für renditehungriges Kapital und der Standort ein absolutes Filetgrundstück. Aber leistbarer Wohnraum sieht anders aus.

Eine treffende Charakterisierung solcher Vorhaben lieferte Katalin Gennburg (DIE LINKE) am 16.2.2017 im Abgeordnetenhaus: „Hochhäuser sind sowohl Produkt als auch Triebfeder kapitalistischer Stadtentwicklung notwendigerweise innewohnender Bodenspekulation und haben mit einer sozialen und ökologisch sensiblen Stadtentwicklung zunächst wenig zu tun.“ „Zunächst“ bedeutet dabei: ohne Regulierung des Marktes. Umso wichtiger ist es, dass der Senat aktuell die Erarbeitung eines Hochhaus-Entwicklungsplans betreibt, mit dem laut Koalitionsvertrag „die stadträumliche Verteilung reguliert und die Zahl von Hochhausstandorten beschränkt werden soll“ – damit Hochhäuser die Stadt sinnvoll ergänzen, statt die Spekulation zu befeuern.

 

Markus Wollina


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