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Aktueller Monitoring-Bericht: Im Bezirk Mitte alarmierender Gentrifizierungs-Trend

Alarmierender Gentrifizierungs-Trend in Mitte

Der neue Bericht „Monitoring Soziale Stadtentwicklung“, den der Senat alle zwei Jahre veröffentlicht, offenbart Tendenzen zur Gentrifizierung, obwohl in letzter Zeit viele Anstrengungen gemacht werden, die Situation gerade für die Kinder zu verbessern.

Im Monitoring-Bericht geht es um die kleinräumige soziale Entwicklung anhand z.B. des Arbeitslosen-Anteils oder der Zahlen zur Unterstützung durch staatliche Leistungen in den einzelnen „Planungsräumen“. Auf dieser Grundlage entsteht der „Sozialatlas“ Berlins. Auch der aktuelle Sozialatlas zeigt, dass der Verdrängungsdruck für die ärmere Bevölkerung in attraktiven Lagen steigt.

Nehmen wir das Beispiel der Kinder, die auf Hartz IV angewiesen sind:

  • Im Wedding lebt durchgehend mehr als die Hälfte der Kinder in prekären Verhältnissen.
  • Innerhalb des Soldiner Kiezes/ Osloer Straße, Wedding Zentrum und im GesundbrunnenKiez sind es sogar zwei Drittel Hartz-IV-Kinder;  die Situation dort verbessert sich nur langsam.
  • Auch im Norden Moabits sind alarmierend viele Kinder auf Hartz IV angewiesen.

Dagegen leben z.B. im gentrifizierten Planungsraum Arkonaplatz in Alt-Mitte nur noch knapp 4 % der Kinder von Hartz IV:  Es gibt also ein starkes soziales Gefälle im Bezirk.

Schon vor dem Bekanntwerden dieser Ergebnisse aus dem Monitoring hat sich  mittendrin  um eine ständige Berichterstattung über die Kinder in prekären Verhältnissen, über die Gentrifizierungs-Entwicklung und über die daraus resultierenden notwendigen Forderungen bemüht:

Zum Beispiel hat Barbara Herzig-Martens in  mittendrin 12/2017 über die dringend notwendige Förderung der Kinder berichtet, um Sprachdefizite, grob- und feinmotorische Probleme und Übergewicht der Kinder vermeiden zu können und hat auf die Notwendigkeit guter Kinder- und Jugendzentren und kultureller Förderung hingewiesen. Stadträtin Sandra Obermeyer (DIE LINKE.) hat die neuen Angebote der Jugendberatungshäuser in den Vordergrund gestellt und bessere Ausbildungszugänge sowie Kinderbetreuung für Alleinerziehende und bessere Transferleistungen gefordert (mittendrin 2/2018). In mittendrin 4/2018 hat sich Petra Schrader, Mitglied der Linksfraktion in der BVV, für die schnelle Erweiterung und Sanierung der Schulen eingesetzt und in mittendrin 6/2018 plädierte Sandra Obermeyer für die bessere Ausstattung der Jugendämter, die an mangelnder Bezahlung, Wertschätzung und fehlenden Fachkräften leiden.

Rainer Scholz