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Alptraum Umwandlung mitten in der „Mieterstadt Berlin“

AKELIUS teilt jetzt Mietshäuser in großem Stil auf

Die Aufteilung der Wohnungen für die Einrichtung von Eigentumswohnungen erhöht massiv den Verdrängungs-Druck. Denn nur in den seltensten Fällen können die Mieter in Milieuschutzgebieten, in denen Vorkauf möglich ist, die von ihnen bewohnten Wohnungen selbst kaufen, sagt die Mieter*innenvernetzung dazu. Denn sie sind viel zu teuer.

Zurzeit wird von Immobilienkonzernen eine flächendeckende Aufteilung von  Mietshäusern durch sogenannte Abgeschlossenheitsbescheinigungen vorgenommen. Das ist die Voraussetzung für die Umwandlung in Eigentumswohnungen.

Im Jahre 2015 wurde zwar eine „Umwandlungsverordnung“ durchgesetzt, die vorsieht, dass die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen in Milieuschutzgebieten genehmigungspflichtig ist.  Diese wird dort jedoch weiterhin erlaubt, wenn der Eigentümer die Wohnung sieben Jahre lang den Mietern zum Kauf anbietet.

„De facto wurden bei den knapp 23.000 Umwandlungen, die von März 2015 bis Juni 2020 genehmigt wurden, aber gerade einmal 0,26 Prozent an die tatsächlichen Mieterinnen und Mieter verkauft“, sagte Stadtentwicklungssenator Scheel (DIE LINKE), „hier brauchen wir endlich wirksame bundesrechtliche Regelungen“.

Wenn 99% der Anträge wegen des Verkaufsangebots an die Wohnungs-Mieter*innen genehmigt werden, der Verkauf aber nur zu 0,2% stattfindet, muss doch irgendwann die Sinnlosigkeit und sozialpolitische Zumutung der entsprechenden Bestimmung im § 172 Baugesetzbuch auffallen. Die Erlaubnis für Umwandlungen in Milieuschutzgebieten muss endlich wegfallen.

Denn Immobilienkonzerne wie AKELIUS oder Heimstaden rüsten bereits zu weiteren Wohnungs-Aufteilungen, während die Große Koalition auf dem „Wohngipfel“ vor zwei Jahren genau das Gegenteil versprochen hatte. Die Wohnungskonzerne kümmert’s nicht,  sie machen die Aufteilerei sogar zum Geschäftsmodell  -  ein Alptraum für nicht wenige Mieter in der Innenstadt.

AKELIUS seinerseits bietet in Berlin Eigentum jetzt für über 10.000 Euro pro Quadratmeter an. Auch in Mitte will der Konzern verkaufen: In der  Swinemünder Straße  5,  zwischen Arkona- und Zionskirchplatz gelegen, werden knapp 70 Quadratmeter für 580 000 Euro angeboten - etwas über 8300 Euro pro Quadratmeter.

»Wer bei AKELIUS-Angeboten von 10 000 Euro pro Quadratmeter noch immer glaubt, die Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen sei eine Lösung für die Wohnungskrise, ist schlichtweg Lobbyist, unverantwortlich und realitätsfern«, kommentierte die AKELIUS-Mieter*innenvernetzung die Verkaufsangebote auf Twitter.

Rainer Scholz