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„AmMa 65“: Eine Hausgemeinschaft als Netzwerkerin

Die Hausgemeinschaft „AmMa65“  (Amsterdamer/ Ecke Malplaquetstraße) im Wedding hat bereits eine bewegte Geschichte. Als das Haus im Jahre 2015 an einen Immobilieninvestor verkauft wurde,  entwickelte sich aus Protest eine immer enger zusammenwachsende und gut organisierte Hausgemeinschaft, die unter anderem gemeinsame Hoffeste durchführte und Kontakte zu anderen Hausprojekten und zu gemeinwohlorientierten Akteuren geknüpft hat.

Dadurch ist das Hausprojekt inzwischen bekannt geworden. Es ist geübt im „Netzwerken“: zum Beispiel war die AmMa Gründerin von „Zusammen für Wohnraum“ in Moabit; weiter ist die AmMa vernetzt mit dem „Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn“ sowie mit dem „Alternativen Wohngipfel“ für Verbände und Gewerkschaften.

Von Anfang an setzte sich die Hausgemeinschaft für Selbstverwaltung und ein gemeinwohlorientiertes Finanzierungsmodell ein. Zum Beispiel in einem Brief an den Investor Jakob Mähren, in dem betont wird, dass das Haus nicht nur als bezahlbarer Wohnraum, sondern auch als Anlaufpunkt für Initiativen im Kunst- und Kulturbereich erhalten werden soll, wofür die Bewohner*innen ehrenamtlich gekämpft haben.

Das war vor gut einem Jahr, als das Haus ein weiteres Mal verkauft worden war.  Anschließend wären die Bewohner*innen beinahe der erste Vorkaufsfall in Mitte geworden. Wenige Stunden vor Ablauf der Frist unterzeichnete der Käufer damals jedoch noch die Abwendungsvereinbarung. Dann kam völlig unerwartet eine Nachricht, die die Bewohner*innen am 1. Weihnachtstag 2018 erreichte:  Mähren hatte das Haus doch noch an die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft „Stadt und Land“ verkauft.

Sandrine Woinzeck, Bewohnerin und Sprecherin von „AmMa65“, berichtet deswegen von einer großen Erleichterung: nun müssten die Mieter*innen nicht mehr permanent Angst um ihre Wohnungen haben. Allerdings würden sie lieber selbstverwaltet wohnen. Sie hatten unter anderen mit den Stiftungen „Nord-Süd-Brücken“ und „Umverteilen“ über eine Übernahme des Hauses in Eigenregie verhandelt. Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft „Stadt und Land“ hat sich bisher noch nicht genauer zu den Selbstverwaltungsideen der Bewohner geäußert.

Als Hausgemeinschaft hat die „AmMa65“ jede Menge an Erfahrungen auf dem Gebiet des Vorkaufsrechts, bei den Problemen von Milieuschutzgebieten, der Bildung von Hausprojekten  sowie bei Öffentlichkeitsarbeit ganz allgemein und möchte diese Erfahrungen auch gern weitergeben unter:  www.amma65.de  oder kontakt@amma65.de

Rainer Scholz