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Baustelle „Drug-Checking“

Ab 2020 soll es in unserer Stadt ein neues Beratungs- und Analyseangebot für Partydrogen wie Amphetamine, Cannabis oder Ecstasy geben. Mit dem sogenannten “Drug-Checking” können Besucher*innen des bunten Nachtlebens Drogen erstmals auf Reinheit und Dosierung überprüfen lassen, indem sie einen Teil der Substanzen vorher in einer stationären Beratungsstelle abgeben.

In Berlin ist damit ein bundesweiter Vorstoß gelungen. Nirgendwo gibt es derartige Beratungsstellen; dabei zeigt z.B. die Schweiz, dass ein solches Programm viele Vorteile hat. In der Schweiz gibt es das Drug-Checking schon seit 20 Jahren und die Erfahrungen dort zeigen, dass es trotz manch böser Behauptung keinen Zuwachs des Substanzkonsums gab. Ganz im Gegenteil: Drug-Checking kann Überdosierungen verhindern, unreine Substanzen aus dem Verkehr ziehen und vor allem durch die informativen, aufklärenden Pflichtgespräche aktiv die Prävention unterstützen. Es ist eben nicht nur eine anonyme Anlaufstelle zum Test, sondern führt durch die Gespräche mit Sozialarbeiter*innen vor Ort auch zu einem verantwortungsvolleren Konsum, da die Informationen direkt bei den Konsument*innen ankommen.

Der Berliner Senat unterstützt das Pilotprojekt mit ungefähr 150.000 Euro, die im Jahr 2018 und im Jahr 2019 bereitgestellt waren. Allerdings gibt es immer noch Verzögerungen bei der Umsetzung der Beratungsstellen. Da es schließlich um den Umgang mit illegalen Substanzen geht, gab und gibt es viele rechtliche Hürden. Allerdings kam ein Rechtsgutachten im Sommer zu dem Schluss, dass alle Projektmitarbeiter*innen straffrei bleiben würden.

Ich hoffe, dass das Drug-Checking in Berlin bald starten kann. Der Konsum von Drogen gehört im Berliner Nacht- und Partyleben dazu und es wäre sehr begrüßenswert, wenn dort mehr Sicherheit geboten werden kann und gleichzeitig die Beratungsstellen dazu führen, das bisherige persönliche Konsumverhalten zu reflektieren. Viele Menschen freuen sich auch über das breite Interesse und Engagement, was dem Projekt entgegenkommt. Etliche Vereine und Träger unterstützen das Drug-Checking in Berlin. Aber natürlich muss uns auch klar sein, dass das Testen von Substanzen nur eine von vielen sozialen und drogenpolitischen Baustellen ist. Ebenso müssen wir uns weiter dafür einsetzen, dass allen Drogenkonsument*innen und allen drogenabhängigen Menschen in unserer Stadt geholfen wird, u.a. mit Konsumräumen.

Zhana Jung