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Bavaria One abgestürzt – Grüne gehen ab wie eine Rakete

Symbolbild

Söders und Seehofers CSU wurden bei der Bayernwahl abgestraft. Mit Rechtspopulismus und autokratischem Gehabe sind auch in Bayern keine Wahlen zu gewinnen. Das selbstherrliche Auftreten und das Fischen am rechten Rand kam selbst bei konservativ eingestellten Bayern nicht besonders gut an. Es zeigt sich wieder, dass die Strategie, weiter nach rechts zu rücken, nicht aufgeht. Rechtsextreme Wähler wählen immer das Original.

Genauso stürzte die SPD mit 9,7% ab. Hier schlägt der Bundestrend voll durch. Die SPD zerreibt sich in der Großen Koalition und kann dadurch so auch nicht in den Ländern gewinnen.

Im Bundestrend liegt ist das Ergebnis der Grünen, die erstmalig mit 17,5% zur zweitstärksten Partei in Bayern werden. Auch Umfragen zur Hessenwahl (die Wahl war nach Redaktionsschluss, Anm. d. Red.) sehen die Grünen teilweise bei 22% und als zweitstärkste Kraft. Auch Bundestagswahlumfragen handeln die Grünen als zweitstärkste Kraft. Sie liegen teilweise schon bei 20% (Forschungsgruppe Wahlen, 19.10.2018).

 

Was schaffen die Grünen, was DIE LINKE. nicht schafft?

 

Die Linke scheiterte mit 3,1% an der 5%-Hürde. Sie hat leicht zugelegt, konnte aber nicht von der schwachen SPD in Bayern profitieren. Auch in Umfragen zur Hessenwahl, wo DIE LINKE. mit 8% gut dasteht, können die Grünen wesentlich stärker von dieser Schwäche profitieren.

Was die Grünen von der Linkspartei unterscheidet, ist das geeinte Bild, das sie abgeben. Sie haben Spitzenpersonal, das sich an die Parteilinie hält und führen keine internen Grabenkämpfe in der Öffentlichkeit. Es ist klar, wofür die Grünen stehen: Für eine offene, liberale Gesellschaft. Sie sind DER Gegenentwurf zur AfD und sie legen damit kräftig zu. Die mobilisierenden Momente zu den Wahlen werden zur Zeit nicht durch die soziale Frage geschaffen, sondern durch den Gegensatz offen&links vs. geschlossen&rassistisch.

Die Linke könnte diese Zuwächse erbringen, wenn nicht immer wieder Einige in Spitzenpositionen die Bandbreite der Themen der Partei auf die Frage der Grenzsicherung verengen würden. Geht es so weiter, werden auch Teile unserer Wählerschaft zu den Grünen abwandern.

 

Andreas Böttger