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Blick aus dem Amt - Finanzierung für präventive Kinder- und Jugendarbeitsprojekte in Mitte

Das Jugendamt Mitte hat am 03. Juni 2020 das bezirkliche Fachkonzept für das Flexibudget bei der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie eingereicht. 16 geplante Projekte für Unterstützungs- und Förderangebote können mit dem sogenannte Flexibudget in Höhe von 300.000 Euro in 2020 und 600.000 Euro in 2021 in Mitte umgesetzt werden. Das Land Berlin hatte alle Bezirke aufgefordert, bezirkliche Konzepte für Jugend- und Kindersozialarbeit einzureichen. Anders als die Hilfen zur Erziehung sollen durch die Angebote Kinder, junge Menschen und Familien nicht erst in sehr belastenden Situationen individuelle Hilfe erhalten, sondern bereits im Vorfeld.

Die Projektvorschläge wurden im engen Austausch mit dem Regionalen Sozialen Dienst (RSD) erarbeitet und greifen Bedarfslagen an offenen und aufsuchenden Beratungsangeboten auf. Sie bieten Familien, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen niedrigschwelligen Zugang zu Informationen, sozialräumlichen Netzwerken oder weiterführenden Hilfsangeboten. Der Familienförderung sind zehn der eingereichten Projektvorschläge zuzuordnen, z.B. die Familienzentren oder der Familienrat im Panke-Haus, spezielle Angebote für Eltern mit kranken Kindern, Müttergruppen und Sprachförderungsproramme. Außerdem gibt es Projekte der mobilen Jugendsozialarbeit für die 10- bis 15-Jährigen, ein Angebot zum Thema häusliche Gewalt und ein Umgangscafé für Eltern. Gezielte Angebote für Alleinerziehende werden für 2021 konzipiert.

Vor dem Hintergrund des im Mai 2020 von der Senatsverwaltung veröffentlichten Berichts zur Kinderarmut in Berlin 2019 ist das Flexibudget äußerst wichtig. In Mitte lebt mit etwa 41% die höchste Anzahl junger Menschen unter 18 Jahren in Familien mit Harz IV-Bezug. Hinzu kommen oftmals überforderte Eltern, krisenhafte familiäre Konflikte, Schulprobleme oder ein gestörtes Sozialverhalten der Kinder.

Gute Bedingungen für Kinder und Jugendliche zu schaffen bleibt eine Aufgabe von besonderer Bedeutung, sowohl angesichts der sozialen Situation im Bezirk Mitte, als auch angesichts der Hinweise auf eine Verschärfung der sozialen Spaltung der Gesellschaft durch die Corona-Krise. Als Jugendstadträtin wünsche ich mir deshalb finanzielle Planungssicherheit für weitere Angebote und eine soziale Infrastruktur und behalte dieses Ziel in den nächsten Haushaltsverhandlungen im Auge.

Ramona Reiser, Stadträtin für Jugend, Familie und Bürgerdienste