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Blick aus dem Amt: Vielfalt in der Villa Lützow

Nach vierjähriger Planung und zweijähriger Umbauzeit wurde das soziokulturelle Zentrum Villa Lützow in der Lützowstraße 28 am 23. August 2019 im Rahmen eines Festakts gemeinsam von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, dem Bezirksamt Mitte, sowie dem Träger FiPP e.V. feierlich eröffnet. Das 1961 erbaute Haupthaus wurde in einer Planungs- und Bauzeit von sieben Jahren und für eine Summe von 4.137.322,00 € von 1.362 m² auf 2.205 m² zukunftsfähig erweitert und saniert. Um eine langjährige, auch wechselnde Nutzung zu gewährleisten, wurden viele multifunktional nutzbare Räume geschaffen. Das Gebäude trägt damit der Entwicklung und Veränderung dieses Quartiers Rechnung.

Zukünftig werden verschiedene freie Träger kiezorientierte und bezirksübergreifende Angebote unterbreiten. Auch das lange geforderte Queere Jugendzentrum kann nun in adäquaten Räumen seine Arbeit aufnehmen.

Bereits 2015 forderte die BVV Mitte, dass sich das Bezirksamt für die Integration von lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgender Lebensweisen (LSBT*I*-Lebensweisen) in der Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit einsetzen möge. 2016 folgte ein weiterer Antrag für dauerhafte Jugendfreizeitangebote für queere Jugendliche.

Das Coming-out erfordert weiterhin jede Menge Mut und Vorbilder. Hinzu kommt, dass noch immer Diskriminierung, homophobe Stimmung und Gewalt zu grundlegenden Erfahrungen der Sozialisation von queeren Menschen gehören. Es braucht Orte, die als Schutzraum und Freiraum für junge LGBT*I*s wirken und wo queere Jugendliche andere Jugendliche in ähnlichen Lebenssituationen treffen oder auch gemeinsam themenspezifische Projekte initiiert werden können.

Vor diesem Hintergrund entstand das Queere Jugendzentrum in Mitte als eine offene Jugendfreizeiteinrichtung. Sie richtet sich an Menschen zwischen 14 und 21 Jahren und bietet Raum für Jugendliche, die sich als queer oder  LGBT*I* identifizieren, aber auch für  diejenigen, die sich noch nicht sicher sind oder einfach die Vielfalt feiern. Die Einrichtung ist noch im Entstehungsprozess und bietet Jugendlichen somit die Chance, von Beginn an mitzugestalten und mitzubestimmen. Neben kreativen und sportlichen Angeboten werden auch gemeinsam Ausflüge und Veranstaltungen gestaltet.

Unter der Überschrift „Bildung, Begegnung und Beratung“ agieren in der Villa Lützow seit Mitte der 1990-er Jahre Einrichtungen und Projekte für Menschen ganz unterschiedlicher Lebensphasen und Lebenslagen. Das Queere Jugendzentrum wird diesen Ort deutlich bereichern und ergänzen.

Ramona Reiser, Stadträtin für Jugend, Familie und Bürgerdienste