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Covivio-Mieter*innen fordern Schutz vor Verdrängung

Die Covivio-Mietervernetzung von Moabit, Wedding und Gesundbrunnen hat sich in einem Offenen Brief an die Fraktionen der LINKEN, der GRÜNEN, der SPD und der CDU  sowie an die Bau- und Wohnungsaufsicht des Bezirks Mitte und an das Gesundheitsamt Berlin-Mitte gewandt.

Denn seit der Übernahme der Häuser durch die Covivio Immobilien SE im Jahre 2018 werden die Mieter durch ständige Erhöhungen der Nebenkostenzahlungen, fragwürdige Luxusmodernisierung und Umgehung gesetzlicher Vorgaben durch die Mietpreisbremse unerträglich belastet. Sie befürchten, den in Berlin ohnehin knappen Wohnraum zu verlieren.

Die Mieterhöhungen sind auch bei Bestandsmietern oft falsch berechnet; es gibt eine Reihe erfolgreicher Klagen dagegen. Seit 2018 versucht die Covivio SE, Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umzuwandeln und selbst in Milieuschutzgebieten Luxusmodernisierungen durchzuführen;  leere Wohnungen werden aufwendig modernisiert, um dann bei Neuvermietung bis zu 19,00 Euro/qm nettokalt zu verlangen.

In anderen Häusern der Covivio SE verschlechtert sich die Situation für die Mieter*innen, weil Mängel nicht beseitigt werden.  Beschwerden über Ungezieferbefall (Ratten, Kakerlaken), Unsauberkeit, mangelnde Reinigungsleistung sowie über bauliche Mängel in den Häusern scheitern daran, dass die Hausverwaltung oft unerreichbar ist. Notwendige Reparaturen und Mängelbehebungen werden erst nach hartnäckigen Beschwerden der Mieter*innen veranlasst oder gänzlich unterlassen.

Die Covivio SE ist Berlins viertgrößter Vermieter und einer der größten Immobilienkonzerne Europas. Der aktuelle Hauptanteilseigner der Covivio SA, deren Tochtergesellschaft die Covivio SE ist, besitzt ein Vermögen von geschätzt 19 Milliarden US-Dollar.  Als Vermieter ist Covivio’s offensichtliches  Interesse auch in Berlin einzig die Profitmaximierung.

Die Covivio Mietervernetzung von Moabit, Wedding und Gesundbrunnen fordert die politischen Parteien und Institutionen auf, aktiv zu werden und sie durch einen BVV-Beschluss zu unterstützen. An erster Stelle steht dabei sofortige Hilfe bei der Beseitigung von Ungeziefer, Schimmel, defekten Heizungsanlagen und gefährdenden baulichen Mängeln. Aber auch unabhängige und kostenlose Mieter*innenberatung zu Mieterhöhungen und Betriebskosten-Abrechnungen  sowie Mitbestimmungs- und Informationsrechte zur Beteiligung der Mieter*innen an Unternehmensentscheidungen werden gefordert.           

Rainer Scholz