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Dr. Dharma Bhusal: Engagement mit Herz für Schwerstkranke

Dr. Dharma Bhusal kümmert sich mit viel Zeit und Herz um das Schicksal schwerstkranker und sterbender Menschen und deren Angehörige. Der 55-jährige gebürtige Nepalese ist Leiter des Interkulturellen Hospizdienstes "Dong Ban Ja" (aus dem Koreanischen: Menschen begleiten) des Humanistischen Verbandes Deutschlands /Berlin-Brandenburg (HVD). Von seinem Büro in der vierten Etage des Hauses in der Wallstraße 61-65 aus koordiniert und lenkt er die Unterstützung für derzeit über 150 Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren mit Migrationshintergrund. Und ist für sie ständig unterwegs.  "Wir begleiten Betroffene in ihrer häuslichen Umgebung, in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in ihrer jeweiligen Herkunftssprache", nennt der promovierte Jurist, Soziologe und Wirtschaftsingenieur den Auftrag seiner fünf Mitarbeiter und der 124 Ehrenamtlichen mit muslimischem, buddhistischem, hinduistischem oder christlichem Credo. "Unser Team berät zur Krankheitsverarbeitung sowie zur sozialen und pflegerischen Versorgung zusammen mit Pflegediensten, Ärztinnen und Ärzten und den Familien. Wir helfen bei der Erstellung von Patientenverfügungen, bei der Suche nach einem Hospizplatz, bieten Trauergespräche und -begleitung an, unterstützen Trauerfeiern". Fremde Gewohnheiten, unterschiedliche Religionen und Lebensauffassungen sowie verschiedene Krankheitsempfindungen könnten insbesondere am Lebensende zu Missverständnissen führen. "Das erfordert von uns viel Einfühlungsvermögen, große menschliche Zuwendung und Stärke, um den hoffnungslos Erkrankten mit würdiger, kultursensibler Begleitung nicht nur Nähe, sondern auch ein Stück Heimat zu geben".

Voller Rührung denkt Dr. Bhusal noch an einen seiner jüngsten Pfleglinge: "In der Kinderabteilung der Charité lag der achtjährige Nelu im letzten Stadium der Leukämie. Dass ich als älterer, lebenserfahrender Mensch ihm und seinen Eltern Ratschläge geben und Trost zusprechen durfte, entspricht der nepalesischen Lebensart. Den Wunsch des Jungen, noch einmal seinen Opa in Nepal sehen zu dürfen, wollte ich unbedingt realisieren, besorgte Flugtickets. Doch unerwartet schnell starb er. Ich regelte alles mit der nepalesischen Botschaft und schickte die Eltern nach Kathmandu, eine Woche später gefolgt vom Sarg mit Nelu".

1965 auf einem Bauernhof im Westen Nepals geboren, erlebte Dharma als Jüngster von sechs Geschwistern die großzügige Hilfe seiner Eltern für Hungernde, Kranke und Durchreisende. "Die Angehörigen der verschiedensten Religionen lebten friedlich miteinander", erinnert er sich gern. An den Universitäten von Pokhara und Kathmandu studierte er Jura und Soziologie, an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Karlshorst machte er den Master als Wirtschaftsingenieur. An der TU Chemnitz verteidigte er seine Doktorarbeit zur Wirtschaftskriminalität. "Beim Humanistischen Verband habe ich meine ideale Berufung gefunden", betont er. "Diese tägliche humanitäre Arbeit ist für mich höchste Lebenserfüllung".              

Matthias Herold