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Zhana Jung meint …

Die Bezirksvorsitzende mit ihrer Mutter

Vor einigen Wochen sprach ich mit meiner Mutter. Das ist nichts Besonderes, wir sprechen oft und ausgiebig über meine politische Arbeit. Dieses Mal jedoch war etwas anders: Sie verstand nur einen Teil von dem, was ich ihr erzählte. Doch das lag nicht daran, dass das Thema, über das wir sprachen komplex war. Sondern an der Wortwahl, die ich verwendet habe. Ähnliche Erfahrungen habe ich auch in meinem (teilweise politisch untätigen) Freundeskreis gemacht.

Wir Linken diskutieren oft darüber, ob unsere Politik mittlerweile zu weit weg von den Bürger*innen unseres Landes ist. Das glaube ich nicht. Aber die Art, wie wir über unsere Politik kommunizieren, die ist zu weit weg. Ich bin der Meinung, dass eine zu komplexe Kommunikation von sachlichen politischen Themen auch eine Form der Diskriminierung darstellt. Wir brauchen klare Worte, klare Versprechen und eine stimmige, klare Haltung. Und das in jedem uns möglichem Format. Sei es nun die Mittendrin, unsere Flyer oder die Online-Kommunikation über unsere Social-Media-Kanäle und die Website. Politik muss für jede*n verständlich und greifbar sein.

Ich denke, dass wir in der Partei und in unseren Alltagen unseren Blick für Diskriminierungsformen schärfen müssen, die uns noch vor unseren Augen unsichtbar bleiben. Wir thematisieren das Thema Diskriminierung, verurteilen diese, gehen gegen Rechtsextremismus auf die Straße – aber wir schaffen es nicht, uns so auszudrücken oder so zu verhalten, dass sich Personen mit rassistischen Diskriminierungserfahrungen uns anschließen. Als Migrantin, Nicht-Akademikerin und Frau stelle ich innerhalb des Bezirks eine echte Ausnahme dar. Das ist schade.

Ich bringe demnächst ein Videoformat ´raus, um über unsere politische Arbeit online zu berichten, um Menschen abzuholen, die in sozialen Medien heimisch sind, aber auch aus gesundheitlichen Gründen wenig das Haus verlassen können. Werde Flyer übersetzen und im Rahmen eines Festes darauf aufmerksam machen, dass uns Vielfalt und Teilhabe ein Anliegen sind. Wir sollten uns außerdem in unserer Rassismuskritik weiterentwickeln, von den Fortschritten der Zivilgesellschaft und der Universitäten lernen, und diese dann in politische Maßnahmen übersetzen. An alle Mitglieder*innen des Bezirks appelliere ich: Lasst uns gemeinsam dafür einstehen, dass Politik auch in der Kommunikation und in ihrer Art für jede*n barrierefrei ist.

Zhana Jung