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Flaggschiff des Dialogs - Direktor Pawel Iswolski blickt stolz auf die Geschichte des Russischen Hauses

Pawel Iswolski, Direktor des Russischen Hauses der Wissenschaft und Kultur

Ein "Flaggschiff des kulturellen und wissenschaftlichen Dialogs" zwischen Russland und der BRD nennt Direktor Pawel Iswolski den Gebäudekomplex des Russischen Hauses in der Friedrichstraße 176 - 179.  "Unser Haus kann heute mit Stolz auf seine Geschichte blicken", sagt der 44-jährige gebürtige Nischni Nowgoroder. "Gestützt auf die Herausforderungen der Zeit erarbeitet unsere Mannschaft heute neue Projekte und belebt alte bewährte wieder".

Das siebengeschossige Gebäude aus Granit und Kalkstein war auf dem Grundstück eines im Zweiten Weltkrieg zerstörten früheren Geschäftshauses gebaut worden.  "Für die damalige Zeit hatte es eine einzigartige Infrastruktur mit den letzten Neuheiten der Technik", betont der Absolvent der Historischen Fakultät der Lobatschewski-Universität seiner Heimatstadt und der Diplomatie-Akademie des russischen Außenministeriums in Moskau.

Am 5. Juli 1984 war die feierliche Eröffnung. Die Sowjetunion präsentierte in ihrem größten Auslandskulturzentrum zehntausenden Besuchern Spitzenproduktionen der Theater, der Filmkunst und der Musik. Hunderte namhafte Schriftsteller, Komponisten, Wissenschaftler und Persönlichkeiten kamen zu Begegnungen. In einem Saal zeigten sowjetische Betriebe neueste Exportartikel. Von 1988 bis 1990 war Waleri Bykowski, der am 26. August 1978 zusammen mit Sigmund Jähn im Raumschiff "Sojus 31" zur Raumstation flog, Direktor des Hauses.

Mit einer Fläche von 29 000 Quadratmetern ist das Russische Haus heute das größte Kulturinstitut in der Welt. "Seit 1990 ist unser Haus zunehmend zu einer Begegnungsstätte von Bürgern Russlands und der gesamten BRD geworden", freut sich Pawel Iswolski. Zirkel und Studios sind eingezogen wie der Klub Dialog, die Schule für Programmierung, Einrichtungen für kindliche Betreuung und ein Schachklub. 

Im Konzertsaal mit 500 Plätzen treten auch heute berühmte Ballettkompanien, russische Symphonieorchester und professionelle Volkstanz- und Gesangsensembles auf. Das Filmtheater mit digitalen und 35-mm-Projektoren und 200 Plätzen zeigt neueste russische Produktionen, auch in Originalsprache. Die Puschkin-Bibliothek erfreut sich großer Beliebtheit.  Zu den Attraktionen gehört nach wie vor das Originalmodell des ersten künstlichen Erdsatelliten "Sputnik", der 1957 in die Erdumlaufbahn startete.

"Mehr als 300 000 Besucher begrüßen wir jedes Jahr zu über 40 Veranstaltungen pro Monat", zieht Pawel Iswolski Bilanz. "Unsere Arbeit ist kreativ, wir denken über Projekte nach, die den Erwartungen unserer Gäste, Zuschauer und Zuhörer immer besser entsprechen. Wir wollen das Haus zu einer modernen Stätte machen, wohin unterschiedliche Leute kommen, um Neues zu erfahren oder interessante Menschen kennenzulernen". Und er nennt auch gleich seine Devise: "Das Russische Haus - ein Ort der Begegnung, ein Ort für alle". Ein anspruchsvolles, nachhaltiges, friedliches Ziel für unsere Völker im Herzen Berlins.

Matthias Herold