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Gut für die Mieter*innen, gut für Berlin - Diskussion im Schrader-Haus im Wedding zum Mietendeckel

Podium v. l.: Katharina Mayer, Andrej Holm, Martha Kleedörfer, Jörg Wollenberg (bbg)
Das Publikum im überfüllten Saal des Karl-Schrader-Hauses im Wedding

Die Basisorganisation der Partei DIE LINKE. Wedding veranstaltete am 3. Dezember eine Podiumsdiskussion zum Mietendeckel. Zu Gast waren der Vorstand der Berliner          Baugenossenschaft (bbg) Jörg Wollenberg, die Verordnete der Bezirksverordnetenversammlung Katharina Mayer und der Stadtsoziologe der Humboldt Universität Andrej Holm, moderiert von der Sprecherin der BO Wedding, Martha Kleedörfer.

Wie berichtet, fuhren die Vorstände einiger Genossenschaften eine äußerst fragwürdige Kampagne gegen den Mietendeckel des Berliner Senats. Daher entschloss sich die BO Wedding, den Vorstand der bbg zu einem klärenden Gespräch einzuladen. Zu Beginn unserer Veranstaltung stellte Kathi Mayer, BVV-Mitglied der Linksfraktion, zunächst einmal die tatsächlichen Ziele und Mittel des Mietendeckels dar. Kompetent berichtete sie über die Notwendigkeit einer Verschnaufpause von fünf Jahren für die Mieter*innen Berlins. Mit dem Mietendeckel werden Modernisierungen ohne Preistreiberei und auch die Absenkung überteuerter Mieten wieder möglich.

Der Vertreter der bbg, Herr Wollenberg, übte scharfe Kritik: „Wir als Genossenschaft werden genauso bestraft wie alle anderen.“ Dass die bbg zuvor noch eine Mieterhöhung von ihren Mieter*innen einforderte, verschwieg er dagegen. Auf Fragen des Stadtsoziologen Andrej Holm hin musste Herr Wollenberg zugeben, dass nach Einführung des Mietendeckels die Mieten von 1.300 Wohnungen der bbg abgesenkt werden müssen. Andrej Holm selbst argumentierte sachorientiert, nahm sich auch der Genossenschaftsziele an, z.B. bei den Problemen der Vergabe günstiger Grundstücke. Eine bessere staatliche Förderung gemeinwirtschaftlicher Träger sei dringend notwendig. Der große Saal im Karl-Schrader-Haus war mit über 100 Personen mehr als voll - nicht zuletzt eine ganze Reihe von Mieter*innen der bbg waren anwesend. Dank der umsichtigen Moderatorin sind auch Mitglieder der „Genossenschaft von unten“ zu Wort gekommen. „Kommt endlich herunter von euren abgehobenen Argumenten und orientiert euch wieder an den Genossenschaftsmitgliedern selbst!“, rief eine Mieterin dem bbg-Vertreter zu und erntete begeisterten Beifall.

Rainer Scholz