Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

„Herr Ramelow, hätten sie nicht irgendwas verstaatlichen können?“

Mit diesen Worten begann der Freitag-Salon im Maxim Gorki Theater am 14.12.2015. Jakob Augstein nahm sich in diesem Gespräch den ersten Ministerpräsidenten der Partei DIE LINKE, Bodo Ramelow, vor. Der Untertitel der Veranstaltung "Chaos und Revolution sind ausgeblieben – ein Jahr Linke Regierung in Thüringen" war somit Programm. Und nachdem dann Augstein das Wort „Kommunistenfresser“ im gleichen Zusammenhang verwendete, kam mir der Gedanke, dass ich dieses Wort schon lange nicht mehr gehört hatte. Es war ein Abend, an dem Bodo Ramelow durch Witz, Schlagfertigkeit und Eloquenz brillieren konnte. Jakob Augstein diskutiert mit ihm über Parteienvielfalt, Demokratie und die Zukunftsperspektiven von „Rot-Rot-Grün“. Seiner Meinung nach müssen sich dafür die drei Parteien konsequent aushalten. Kurzweilig philosophiert Ramelow über seine westdeutsche Herkunft und die Reaktionen der Verwandtschaft auf seinen Eintritt in die PDS. Auf die Frage, ob er nun ein Ostdeutscher oder ein Westdeutscher sei, antwortete Ramelow anhand des Beispiels der Plastetüte und des Plastikbeutels, denn in der Sprache manifestiert sich die unterschiedliche Sozialisation. Als Westdeutscher im Osten hat er gelernt, dass man sehr sensibel auf die unterschiedlichen Nuancen achten sollte. Auch die Bundeskanzlerin könne z.B. so eloquent um einen eckigen Tisch herumlaufen, dass alle denken, er sei rund.

Dass DIE LINKE in Thüringen regiert, zeigt sich momentan besonders an der Debatte über die Geflüchteten, wie Ramelow meint. So wurde in Thüringen „kein Zelt aufgestellt“. Als Ramelow sein Amt antrat, gab es in Thüringen 450 Notaufnahmeplätze. Heute sind es 9500 und zum ersten Mal gibt es 1000 Plätze als Reserve. Für die Landesregierung steht jetzt die Integration im Mittelpunkt.

Das ganze Gespräch kann man bei radioeins im Internet nachhören.

Es bleibt also nur noch zu vermelden: „Thüringen - nach letzen Meldungen - steht noch...“ (sehr zum Ärger der „Kommunistenfresser“ natürlich).

Jana Mattuschka