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Kombibad Seestraße wurde Schulschwimmzentrum

Kombibad Seestraße wurde Schulschwimmzentrum

Nichtschwimmerquote der Schulen im Umfeld überdurchschnittlich hoch

Im Wedding hat ein Modellprojekt begonnen: Trainer des Berliner Schwimm-Verbands unterstützen jetzt die Lehrer beim Schwimmunterricht für Drittklässler.

Mehr als die Hälfte der Berliner Kinder kann am Anfang der dritten Klasse noch nicht schwimmen. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn Schwimmunterricht steht im Berliner Stundenplan erst ab der dritten Klasse auf dem Stundenplan. Aber überraschend ist schon, dass nach diesem obligatorischen Schwimmunterricht immer noch knapp 18 Prozent der Kinder Nichtschwimmer sind.

Da Schwimmen lebensnotwendig sein kann, wurden von der Senatsbildungsverwaltung jetzt zwei zusätzliche Trainer zur Unterstützung der Sportlehrer in einem Modellprojekt finanziert. Bei dem neuen Konzept können die Wasserflächen in den Bädern effektiver genutzt werden, denn die Schulklassen können nun in mehrere Gruppen eingeteilt werden;  Lehrer und Trainer können dadurch besser auf den unterschiedlichen Leistungsstand der Kinder eingehen.

Das Weddinger Kombibad wurde für die Modellmaßnahme ausgewählt, weil die Nichtschwimmerquote in den Schulen des Umfelds überdurchschnittlich hoch ist. Aus der aktuellen Statistik der Senatsbildungsverwaltung geht auch hervor, dass es im Bezirksvergleich große Unterschiede gibt. Am besten schneidet Marzahn-Hellersdorf ab, am schlechtesten Mitte.

 

Am laufenden Projekt im Wedding sind 13 Schulen mit insgesamt rund 1.100 Schülerinnen und Schülern beteiligt.  Von den Lehrern ist das Projekt bisher einhellig positiv beurteilt worden.  Als Beispiel vielleicht die Vineta-Grundschule.  Ein Lehrer war Freitagmorgen mit seiner Klasse im Schwimmbad. Er begrüßte ausdrücklich das neue Konzept: „Für uns ist das eine sehr große Hilfe.“ Die Schule startete mit über 90 Prozent Nichtschwimmern in den Unterricht. Jetzt könnten sie die Gruppen je nach Entwicklung viel besser differenzieren. „Ich kann hier mit einer Gruppe für das Gold-Abzeichen üben, während sich der Kollege noch um die Bronze-Prüfung kümmert. Das wäre sonst nicht möglich.“ Auch sei durch die kleineren Gruppen der jeweilige Lernfortschritt deutlich größer.

Rainer Scholz