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Linksfraktion will Sozialassistenten-Ausbildung – ohne Zugangsbeschränkung und schulgeldfrei!

Die Linksfraktion Berlin-Mitte konnte, anders als in der letzten Ausgabe der Mittendrin geschrieben, es doch zur letzten Bezirksverordnetenversammlung am 30. April schaffen, den Antrag „75 Jahre Befreiung vom Faschismus angemessen in Berlin-Mitte gedenken“ durchzusetzen.

Ein weiterer Antrag der Linksfraktion, der am 30. April beschlossen wurde, ist „Sozialassistenten-Ausbildung - ohne Zugangsbeschränkung und schulgeldfrei!“. Darin wird das Bezirksamt aufgefordert, sich gegenüber dem Senat dafür einzusetzen, dass die Platzkapazitäten für die Ausbildung zur Sozialassistentin bzw. zum Sozialassistenten bedarfsgerecht ausgebaut werden. Dies soll vorrangig an den öffentlichen Ausbildungseinrichtungen (OSZ) erfolgen. Gleichzeitig soll sich das Bezirksamt dafür einsetzen, dass die o.g. Ausbildung an den privaten Ausbildungseinrichtungen schulgeldfrei erfolgt. Die Kosten soll das Land übernehmen.

Die Ausbildung zur Sozialassistentin/zum Sozialassistenten ist begehrt. Die Nachfrage nach entsprechenden Ausbildungsplätzen übersteigt deutlich das Angebot. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung und dem Erwerb des Mittleren Schulabschlusses erfüllen die jungen Menschen die Voraussetzungen für die Ausbildung zur Erzieher/in. Gleichzeitig ist der Einstieg in eine verkürzte Altenpflege-Ausbildung möglich. Es ist für viele mit einer eher schlechten Schulausbildung das Sprungbrett für einen qualifizierten Beruf im sozialen Bereich. Der Mangel an Plätzen für diese Ausbildung kann gegenwärtig durch die staatlichen Schulen nicht gedeckt werden. Hier sollte der Ausbau der Platzkapazitäten vorrangig erfolgen, auch weil diese Ausbildung schulgeldfrei ist. Bewerberinnen und Bewerber, die an private Schulen ausweichen, müssen für die gleiche Ausbildung Schulgeld zahlen. Das Land hat im Bereich der Ausbildung in den Pflege- und erzieherischen Berufen bereits die Kosten für die Ausbildung übernommen. Da die Ausbildung zur Sozialassistentin bzw. zum Sozialassistenten bei Vorliegen der Voraussetzungen in eine entsprechende Ausbildung münden kann, sollte dieser Zugang ebenfalls schulgeldfrei für alle Schülerinnen und Schüler sein. Angesichts des Fachkräftemangels ist dies für alle Beteiligten sinnvoll und geboten.

 

Andreas Böttger

Fraktionsgeschäftsführer DIE LINKE. In der BVV von Berlin-Mitte