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Neuer Start im Leben von Tomasz Pezala

Ende November wird Tomasz Pezala von sich sagen können, dass er ein rundum versierter Schweißer ist mit Abschlussprüfungen im E-Hand-, Metallaktivgas- und Wolframinertgasschweißen. In Berlin wie in ganz Deutschland und in der EU ist gegenwärtig die Suche nach ausgebildeten Schweißern für Maschinen-, Bau-, Anlagen-, Werkzeug- und Fahrzeughersteller sehr groß. "Das sehe ich als eine gute Chance für meinen weiteren Lebensweg", erklärt der 43-jährige.

Als Sohn eines Schatzmeisters der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc war er 1983 nach deren Verbot mit seiner Familie aus Koszalin (Köslin) nach Berlin gekommen. Tomasz lernte schnell Deutsch, seine Familie erhielt bald die deutsche Staatsbürgerschaft, und an der Max-Beckmann-Oberschule traf er auf eine links denkende Klassenlehrerin. "Damals hörte ich schon von der PDS, orientierte mich an ihren Zielen", erinnert er sich.

Nach Schulabschluss aber machte er schlechte Erfahrungen mit falschen Freunden, fand lange keinen Ausbildungsplatz, war arbeitslos und verdiente sich als Hilfskraft in Restaurants, als Veranstaltungstechniker und Möbelfahrer seinen Lebensunterhalt.

Der Zufall wollte es, dass Tomasz Pezala 2009 im Lokal "La Muse Gueule" in der Sredzkistraße Gregor Gysi traf. "Nach einem über zweistündigen lebhaften Gespräch über das Leben und die Welt bat ich ihn um Aufnahme in die Partei DIE LINKE. Am nächsten Tag meldete ich mich gleich in der Geschäftsstelle von Mitte", sagt er noch heute begeistert. Sofort wollte er sich einbringen. Er wirkt bei verschiedensten Obdachlosenprojekten mit, so bei „Unter Druck e.V Kultur von der Straße“ in Mitte als Kraftfahrer und in der Essenausgabe. Im Rahmen des Projekts "Organizing" ist er Sprecher und Koordinator zu Parteipräsenz und Mitgliederaktivitäten, geht mit weiteren Genossen in Kieze und informiert über Programm und Anliegen der Linken.

Jetzt unterstützt er ebenso tatkräftig die Kontakt- und Beratungsstelle für wohnungslose junge Menschen "KLIK e.V." in der Torstraße. "Wir schaffen dort erneut die Bedingungen, dass ab November über den Winter wieder die Kältehilfe jungen Obdachlosen eine Notunterkunft ermöglicht". Er kann die Betroffenen sehr gut verstehen, musste er doch selbst auch zeitweilig ohne eigene Wohnung auskommen.

In diesen Herbsttagen konzentriert sich Tomasz auf die bevorstehenden Prüfungen - die entscheidenden in seiner Ausbildung an der GSI - Schweißtechnik International GmbH in der Luxemburger Straße. Angebote für einen Arbeitsplatz als Schweißer vom Fach hat er schon mehrere. "Jetzt kann ich mein Leben im Voraus planen", freut er sich darauf, "eine Wohnung einzurichten und meinen Wunsch zu erfüllen, bald mal nach Teneriffa zu fliegen. Aber hier in Berlin werde ich mich weiter in unserer Partei für noch mehr demokratische Mitbestimmung, für Obdachlose und für soziale Gerechtigkeit engagieren." Wir drücken Tomasz ganz fest die Daumen.

Matthias Herold