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Verlängerung der U-Bahn-Linie 5 zum Hauptbahnhof in Betrieb

Nach fast 10 Jahren Bauarbeit ist das Teilstück der U5 zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor fertiggestellt worden und am 4. Dezember in Betrieb gegangen. Jetzt kann man von Hönow zum Hauptbahnhof durchfahren. Der Bau erfolgte weitestgehend unterirdisch und wurde durch die Ausgrabung des alten Berliner Rathauses – dem heutigen Roten Rathaus – und großen Felsbrocken (Findlingen) im Boden behindert. Mit der Fertigstellung wird eine vor 25 Jahren getroffene Entscheidung zur Verlängerung der U5 umgesetzt. Damit findet das größte Berliner ÖPNV-Projekt im Bezirk Mitte vorerst seinen Abschluss. Ein möglicher Weiterbau vom Hauptbahnhof über den U-Bhf. Turmstraße zum S-Bhf. Jungfernheide ist angedacht. Das endgültige westliche Ziel der U5 sollte der Flughafen Tegel sein. Dieser ist aber inzwischen geschlossen worden und es ist mehr als fraglich, ob die Nachnutzung des Flughafens einen Weiterbau der U-Bahnlinie bis dahin rechtfertigt.

Der erfolgte Ausbau der U5 verläuft zwischen Alexanderplatz und Hauptbahnhof parallel zur S-Bahn und erschließt nur wenige neue Arbeits- bzw. Wohngebiete. Der Bau der neuen U-Bahn in der Innenstadt war ausgesprochen teuer und hatte den größten Teil der finanziellen Mittel für Nahverkehr verbraucht. Berlin sollte in Zukunft keine weiteren Doppelstrukturen mehr bauen und die knappen Mittel für den Ausbau des ÖPNV möglichst sinnvoll einsetzen.

Um die von der derzeitigen Regierungskoalition aus SPD, LINKEN und Grünen geplante Verkehrswende zu schaffen, braucht Berlin einen massiven Ausbau des ÖPNV. Das beinhaltet sicher neben zusätzlichen Straßenbahn- und Buslinien auch neue Strecken für S- und U-Bahn. Damit das Auto am Stadtrand stehen gelassen wird, sind attraktive Verbindungen vom Umland in die Innenstadt nötig. Dafür sollten neue S-Bahn-Strecken zum Beispiel von Spandau nach Falkensee entstehen und der weitere Ausbau vorhandener Strecken zur Taktverbesserung nach Bernau und Strausberg ist notwendig. Eine mögliche Verlängerung der U-Bahn-Linie 7 von Rudow zum neuen Flughafen BER in Schönefeld könnte preiswert in überwiegend offener Bauweise errichtet werden.

Die Menschen in Bezirk Mitte brauchen keine schönen Verkehrsprojekte für Touristen, sondern eine langfristige Entlastung vom motorisierten Individualverkehr.

Thomas Licher