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Weddinger Mieter wehren sich gegen VONOVIA

ORLANDO EL MONDRY

In der Liebenwalder Straße 5 im Wedding ist den Mietern jetzt der Kragen geplatzt. Schon im Oktober trafen sie sich; etwa die Hälfte der Bewohner schloss sich nun zu einer Mieterinitiative zusammen, alle legten Widerspruch gegen dubiose Betriebskostenabrechnungen von VONOVIA ein.

Denn diese Betriebskostenabrechnungen sind nicht nachvollziehbar, sie enthalten enorme Unstimmigkeiten und Abweichungen von den Belegen.  Auch Mieter aus anderen Weddinger Straßen berichten von stark überzogenen oder intransparenten Abrechnungen, unter anderem bei Bauleistungen nach Modernisierung. Erst kürzlich hat der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff das „SYSTEM VONOVIA“ unter die Lupe genommen. Immer mehr Menschen stellen fest, dass es bei VONOVIA nicht mit rechten Dingen zugeht.

Ein Mieter aus der Schulstraße berichtete zum Beispiel, dass er Widerspruch gegen seine Jahresabrechnung eingelegt und Belege angefordert habe. Auf diese wartet er nun seit rund zwei Jahren. Unglaubhaft erschien ihm unter anderem, dass die Grundsteuer sich um über 400 Prozent erhöht hat.

Im Wedding wollen die VONOVIA-Mieter nun für ihre Rechte kämpfen. Sie setzen Widersprüche auf, schalten Anwälte und Mietervereine sowie Bezirkspolitiker ein. Sie haben beschlossen, sich stärker zu organisieren und gezielt eine breitere Öffentlichkeit für ihr Anliegen herzustellen.

Auch bundesweit - zum Beispiel in Hamburg, Dresden, Hannover, Potsdam, Konstanz, Köln, Magdeburg oder Witten  -  werden die immer gleichen Vorwürfe geäußert. Unter anderem zeigen SPIEGEL-Recherchen Einblicke in eine regelrechte Gewinnmaschine, die laufend mehr Geld in die VONOVIA-Kasse spült und die angesichts der Wohnungsnot niemand mehr verstehen kann.

Bundesweit gehören fast 400.000 Wohnungen dem VONOVIA-Konzern. Tausende Mieter sind verärgert und geschröpft durch dessen fiese „INSOURCING“-Methoden:  Statt externe Firmen zu beauftragen, übernimmt der Immobilienkonzern viele Aufgaben mittlerweile mit eigenen Tochterfirmen und streicht bei den „Nebenkosten“ horrende Profite ein. Das „Handelsblatt“ schreibt, dass sich der operative Gewinn in den vergangenen vier Jahren auf 921 Millionen € mehr als vervierfacht hat. Eben nach „SYSTEM VONOVIA“.

 

Rainer Scholz