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Wie gehts weiter?

Mittes Bürgermeister sieht die Friedrichstraße als autofreie Modemeile, doch ebenerdig fehlen Cafés, kleine Restaurants, verkramte Buch- und sonstige Läden, Kinos, Kinder und mehr. Gewesene Unterhaltungsorte wurden zerbombt, abgerissen, plattgemacht, die Friedrichstraße? Kulturell und kulinarisch Ödnis. Es gibt auch, nicht nur, bayrisch’ Bier, Schmankerln und kulinarisch Hochpreisiges, auch tagsüber sind Stadtleben und Autos überschaubar. Hier wohnt kaum jemand, die Büros sind versteckt, allabendlich und sonntags beleben Konzerthausgäste die U-Bahnsteige. Anders die Unfallecke Acker/Invalidenstraße. Hier wird gewohnt, gegessen, eingekauft, ist es eng. Entsetzen, Trauer, Wut und falsche Erwartung vermischen sich, seit Jahren soll gebaut werden, wuchert Unkraut, Kleidercontainer sind entfernt, nicht die für Flaschen. Das Drama schärft den Blick.

Jetzt haben sie im Senat Verbesserungen für Fußgänger angekündigt, aber das werde dauern. Bleiben bis dahin die Ampelschaltungen autogerecht, das Fußgängergrün knapp? Wird am Unfallort weiterhin nur die eine Kreuzungsseite geregelt? Und Torstraße, Rosenthaler Platz mit verwirrenden Ampeln, Radfahrpisten auf Bürgersteigen, Autos, die ins Rot fahren, während Fußgänger, Kinder, Kinderwagen, Rollatoren bei kurzem Grün durch dampfendes Blech zur anderen Straßenseite hasten? Wieso ist auf dem Trottoir neben der Straßenbahn die Fahrradspur in den Weinbergsweg, Anfang und Ende kaum markiert?

Radfahrende klingeln, Passanten springen, im Park sind neue Kriminelle, am U 8-Bahnsteig und am Koppenplatz wird gedealt und konsumiert, abends gibts kaum Polizei und Ordnungsamt, nachts wird’s gruslig.

Noch mehr Touristen, jährlich 40 000 Neuberliner! Der Umgang mit dem öffentlichem Raum ist so prekär wie der Nahverkehr. Auf Senatsdeutsch werden „Hochaltrige“ avisiert. Sollen die 10 Jahre auf Ampeln, Straßensicherheit, Abstände bei Tram- und Bushaltestellen, Übergänge, Grünanlagen warten? Wieso gibt’s nur im Monbijoupark massenhaft Mülleimer?

Die digitale Zukunft wird smarter sein. Das städtische Versagen schafft neue Akteure. Fließt am Ende aus dem „House of One“ die kulturelle Vielfalt bis in den durch Hochhäuser verstellten Fischerkiez? Mitten in Berlin ein Ort für religiöses Appeasement? Im „Tacheles“ sind angeblich eine Fotogalerie und ein Nobelrestaurant geplant. Auch rundum wird allerlei gebaut.

Irene Runge