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Bayer AG lässt erste Wohnhäuser im Wedding abreißen und startet Domino-Abriss-Prinzip Tegeler Ecke Fennstraße

Presseerklärung Fraktion Die Linke. in der BVV Mitte, 18.01.2022

Bayer AG lässt erste Wohnhäuser im Wedding abreißen und startet Domino-Abriss-Prinzip Tegeler Ecke Fennstraße

Berlin hat ein großes Defizit an bezahlbaren Wohnungen. Trotzdem setzt der Konzern Bayer nun seine angedrohten Abrisse im Gebiet Tegeler Straße 2-5 sowie Tegeler Straße 6-7 und Tegeler Straße 1 / Fennstraße 33/34 um. Die ersten Gebäude in der Tegeler Straße 2 und 3 sollen ab 24.01.2022 fallen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Vertreibung der Mieter:innen in den angrenzenden Wohnhäusern beginnt.

Das Gebäudeensemble mit ca. 140 Wohnungen steht bei Bayer bereits seit langer Zeit auf der Abrissliste. Angeblich sollen die Abrisse zur Erweiterung des Bayer-Standortes erforderlich sein. Planungen dafür bleibt Bayer allerdings schuldig.

Wie dies in der Praxis aussieht, zeigt exemplarisch das gegenüberliegende Grundstück Am Nordhafen 1 Ecke Fennstraße 35-37, das mit derselben Begründung vor Jahren abgerissen wurde. Ein Neubau wurde – wie erwartet – nie gebaut, stattdessen nur 20 bezahlbare Wohnungen vernichtet.

Auch wenn die planungsrechtlichen Voraussetzungen zum Erhalt der teilweise noch voll bewohnten Häuser bisher schlecht stehen, sind bis zum heutigen Tage keine realistischen Bayer-Planungen zur Standorterweiterung bekannt, die den Abriss von 140 Wohnungen auch nur annähernd rechtfertigen würden.

Ebenfalls auffällig ist, dass der Konzern eigentlich am 26. Januar im Stadtentwicklungsausschuss der BVV seine Pläne erläutern sollte. Nun lässt er zwei Tage vorher die ersten Häuser abreißen, ohne das Gespräch mit den Fachpolitiker:innen abzuwarten.

Der Bezirk hat trotz steigender Defizite an bezahlbarem Wohnraum seit Jahren tatenlos zugesehen und nichts für den Erhalt der 140 preiswerten Wohnungen gemacht. Tatenlos wurde der Entmietung zugesehen, Abriss und Zweckentfremdungsgenehmigungen kamen erst durch den Widerstand der Mieterschaft ans Tageslicht.

Die Fraktion die Linke und die Bezirksverordnetenversammlung Mitte haben sich mehrfach für den Erhalt der Wohnhäuser eingesetzt.

 

Martha Kleedörfer, wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion in der BVV Mitte, dazu: „Der Bezirk Mitte hat trotz des fehlenden bezahlbaren Wohnraums seit Jahren nichts für den Erhalt der 140 preiswerten Wohnungen unternommen. Der Abriss der Wohnhäuser zwei Tage vor dem geplanten Gespräch ist eine Machtdemonstration Bayers – und der Bezirk unternimmt nichts. Wir fordern das Bezirksamt auf, ihren Lippenbekenntnissen vom Erhalt bezahlbaren Wohnens endlich Taten folgen zu lassen, und sich dafür einzusetzen, dass dringend benötigter preiswerter Wohnraum im Wedding erhalten bleibt. Alles andere wäre ein wohnungspolitischer Skandal!“

 

Martha Kleedörfer

Stellvertretende Fraktionsvorsitzende

BVV-Fraktion DIE LINKE. Berlin-Mitte

www.linksfraktion-berlin-mitte.de