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Verantwortlich für Strategien, Konzepte und Kampagnen des REFO-Konvents: Tobias Horrer

ORLANDO EL MONDRY
Einheit in Vielfalt auf dem Campus: Senator Klaus Lederer, Tobias Horrer und Steve Rauhut (von links nach rechts)

Tobias Horrer gilt als einer der aktivsten Mitschöpfer und Mitgestalter des REFO-Konvents auf dem Campus der Reformationskirche Moabit. "Vor über neun Jahren gehörte ich zu der kleinen Gemeinschaft mutiger und enthusiastischer Leute, die in das leere, vom Abriss bedrohte Gotteshaus in der Wiclefstraße neues Leben, neuen Geist tragen wollten", denkt der 39-jährige Diplom-Sozialarbeiter und Theologe heute zurück. 

Der erste Schritt nach der Übergabe des Campus durch die Evangelische Kirche an den Konvent an der Reformationskirche waren umfangreiche Bau- und Sanierungsarbeiten. "Dafür suchten wir dringend Helfer. Ich konnte sogar meine Eltern und Freunde aus Baden-Württemberg gewinnen". 2017 war dann die feierliche Einweihung, die neugotische, 1907 erbaute dreischiffige Hallenkirche saniert, die Kita "Schatzinsel Moabit"  und das Theater X eröffnet, das Wohnhaus bezogen. "Wir haben neue Formen der Spiritualität geschaffen", erklärt der christliche Sozialarbeiter. "Gemeinschaftlich wollen wir eine Gegenrealität zu Diskriminierungen jeder Art leben mit der Hoffnung auf eine Welt in Frieden - ohne Rassismus, Sexismus und Antisemitismus. Unsere Idee ist Einheit in Vielfalt."

Der Campus ist zu einem Begegnungsort, einem Treffpunkt sehr unterschiedlicher Partner aller Religionen und Weltanschauungen geworden. Der Kirchensaal wird neben den Gottesdiensten für Konzerte, Konferenzen oder Hochzeiten genutzt. "Wir wollen dazu beitragen, Leute zusammenzubringen, zivilgesellschaftliche Bewegungen zu stärken wie die große 'Unteilbar'-Demo in Berlin." Tobias Horrer sieht es so: "Die Demokratie ist eingeschlafen, wir müssen Wege finden, um Demokratie aktiv zu leben."

Tobias war in dem baden-württembergischen Städtchen Holzgerlingen zusammen mit vier Geschwistern in einer christlichen Familie aufgewachsen.  Gleich nach dem Abitur war er Praktikant in der Berliner Stadtmission, unterstützte Wohnungslose. Ab 2004 studierte er vier Jahre lang an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin-Karlshorst, ließ sich parallel im Fernstudium zum Theologen ausbilden.

Die inzwischen 35-köpfige Gruppe des REFO-Konvents  wurde wesentlich von Steve Rauhut, dem Spitzenkandidaten der DIE LINKE von Mitte bei der Bundestagswahl, mitgeprägt. Tobias ist dort verantwortlich für Strategien, Konzepte und Kampagnen. "Ein so großes Projekt als Gemeinschaft zu entwickeln, ist eine gewaltige Herausforderung", betont er. "Im Januar kommen wir zu unserer schon traditionellen Klausur in Kloster Lehnin zusammen, um unsere basisdemokratischen Strukturen weiter zu entwickeln und Aufgaben und Vorhaben zu beraten." Darüber hinaus arbeitet er noch in einer Teilstelle bei der Stadtmission. "Ich begleite sieben Jugendliche in einer Wohngruppe für minderjährige Flüchtlinge." Seine Anstrengungen innerhalb und außerhalb des REFO-Konvents sind für ihn zur Lebensaufgabe geworden.

Matthias Herold