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Weddinger Maxgärten sollen bezahlbar bleiben

184 verkaufte Wohnungen liegen im Milieuschutzgebiet

Der Häuseraufkäufer MÄHREN AG hat wieder zugeschlagen  -  diesmal im Weddinger Milieuschutzgebiet. Das bedeutet für die betroffenen Mieter:innen die Befürchtung, später aus den Wohnungen verdrängt zu werden.  Sie haben die Ausübung des Vorkaufsrechts durch den Bezirk gefordert, falls der Käufer keine Abwendungsvereinbarung akzeptiert.

Die 1989 errichteten Maxgärten in der Maxstraße 4a bis 4m sowie die Wohnungen Reinickendorfer Str. 81 und 83 bis 87 gehören zu einem größeren Paket, das nach eigenen Angaben für rund 60 Millionen Euro an die Mähren AG verkauft worden ist.  Insgesamt plant der Gründer Jakob Mähren  für 2021 ein Investitionsvolumen von 200 Millionen Euro.

Langfristig befürchten die Bewohner:innen ihre Gentrifizierung  -  die Sorge ist wohl nicht unberechtigt, denn die soziale Kompetenz des Gründers scheint nicht allzu weit zu reichen, kommentierte er doch schon vor einigen Jahren im Internetportal wallstreet:online die Forderungen des Mietenvolksentscheids so:  „Ist es nicht unfair, dass sich nicht jeder, der sich ein iPhone kaufen möchte, auch tatsächlich ein iPhone leisten kann?“

Knapp 150 Mieter:innen aus der Max- und Reinickendorfer Straße, die vom letzten „Investitionspaket“ der Aktiengesellschaft betroffen sind, haben sich online getroffen, um sich ihrer Solidarität gegenüber den Methoden des Häuseraufkäufers zu versichern.

Die Mähren AG hatte bereits für Häuser in Neukölln, die auch zu dem 60-Millionen-Paket gehören, eine sogenannte Abwendungserklärung (AV) unterzeichnet.  Jetzt musste die AG auch für die Weddinger Häuser eine AV vereinbaren. Darin wird in der Regel festgelegt, dass keine Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen stattfinden. Des Weiteren kommen dann noch Vereinbarungen zum Verzicht auf besonders teure Modernisierungen mit dazu. Eine AV gilt maximal 20 Jahre und mindestens für den Zeitraum des Bestehens des Milieuschutzgebietes. Die Mieter:innen haben das Recht, die AV einzusehen. Das macht auch Sinn, weil die Mieter:innen sie ja kontrollieren müssen. Die ersten fünf  Milieuschutzgebiete laufen bald aus,  werden aber bestimmt verlängert, so dass die Mieter:innen vorerst geschützt bleiben.

                                                                                                                                                                               Rainer Scholz